Contact Tracing in Salzburg muss kapitulieren

Salzburg kommt beim Contact Tracing nicht mehr hinterher.
Salzburg kommt beim Contact Tracing nicht mehr hinterher. ©APA/BARBARA GINDL
Kontaktpersonen können in Salzburg wegen der Mengen an Neuinfektionen nicht mehr erhoben und abgesondert werden. Man setzt auf die Eigenverantwortung der Bürger.

In Salzburg muss das Contact Tracing nun vor der hohen Zahl täglicher Neuinfektionen kapitulieren. Bis auf Weiteres werden nur mehr infizierte Personen behördlich erfasst und in Quarantäne geschickt. Nahe Kontaktpersonen wie Haushaltsangehörige werden nicht mehr behördlich abgesondert, teilte das Land am Donnerstag mit. Ein umfassendes Kontaktpersonenmanagement gebe es weiter für sensible Bereichen wie Seniorenwohnhäuser und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

"Eigenverantwortung" bei Contact Tracing in Salzburg

Enge Kontaktpersonen werden auch nicht mehr aktiv einem behördlichen Test zugeführt, erklärte Oberst Peter Schinnerl, der Leiter des zentralen Corona-Managements des Landes. Er appellierte an die Eigenverantwortung. "Wenn man positiv getestet wird, kommt es jetzt auf jeden einzelnen an, sein Umfeld zu kontaktieren." Weiter nicht als Kontaktpersonen gelten dreifach geimpfte Personen und wenn dauerhaft und korrekt FFP2-Maske getragen wurde.

Noch am Mittwoch hatte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) in der Sitzung des Landtagsausschusses erklärt, dass der Stufenplan des Landes für das Contact Tracing aktiviert wurde. Dazu habe man Personen aus dem Landesdienst und von der Salzburg AG zur Hilfe gebeten. "Bis 2.000 Fälle am Tag sind noch halbwegs ordnungsgemäß machbar, bei zwischen 2.000 bis 4.000 Fällen am Tag können nur mehr Indexpersonen erfasst werden." Darüber hinaus sei das Contact Tracing nicht mehr sinnvoll durchzuführen.

Rekord-Neuinfektionen in Salzburg

Nach dem Allzeithoch mit 2.514 Neuinfektionen binnen 24 Stunden am gestrigen Mittwoch, wurden Donnerstag früh für Salzburg 1.736 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der aktiv infizierten Personen im Bundesland beträgt aktuell laut EMS 12.643. Weiter stabil stellt sich die Situation in den Spitälern dar: In der Früh befanden sich 60 Covid-19-Patienten im Spital, davon 15 auf der Intensivstation.

(APA/red)

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