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Casinos Austria: Corona und Rauchverbot bringen Sanierungspaket und Jobabbau

Standort-Schließungen sind keine vorgesehen.
Standort-Schließungen sind keine vorgesehen. ©APA/ROBERT JAEGER
Bei den Casinos Austria steht ein Sanierungspaket und Jobabbau bevor. Grund dafür sind die Coronakrise und das Rauchverbot.

Bei den Casinos Austria steht das größte Restrukturierungsprogramm in der Geschichte des teilstaatlichen Unternehmens an. Das Paket namens ReFIT beinhaltet auch einen Jobabbau. Casinos-Sprecher Patrick Minar bestätigte der APA am Dienstag einen entsprechenden "Kurier"-Bericht. Standortschließungen sind nicht angedacht. Am 8. Juli gibt es zu dem Thema einen Sonderaufsichtsrat.

Personalabbau so gut wie fix

An dem Tag werde das Sanierungspaket aber noch nicht final beschlossen werden, heißt es aus dem Unternehmen. Dass auch Personal abgebaut werden muss, ist so gut wie fix. Minar äußerte sich nicht zur konkreten Zahl der Mitarbeiter, die gehen müssen. Nur so viel: "Es sind umfangreiche Maßnahmen, die kommen werden." Auch zum geplanten Einsparvolumen könne er noch nichts sagen, da noch nicht feststehe, wie sich die Coronakrise und das Rauchverbot letztendlich auswirken werden.

Beides tut den Casinos sehr weh. Wegen der Coronakrise mussten die Spielbanken sowie die WINWIN-Automatenhallen wochenlang geschlossen halten, und nun läuft das Geschäft auch nicht so wie vor der Krise, da die ausländischen - teils vielspielenden - Gäste fehlen. Dass die Gastronomie in den zwölf österreichischen Casinos um 1 Uhr schließen muss, tut ihr übriges. Ab diesem Zeitpunkt gibt es für die Besucher nur mehr Gratis-Wasserflaschen.

Rauchverbot sorgte bereits vor Corona für Probleme

Auch ohne Corona hätten die Casinos ein Problem gehabt: wegen des Rauchverbots, das seit November 2019 in Kraft ist. 2020 wird dies also das erste Mal voll schlagend, so Minar.

Momentan sei man dabei, alle Optionen zu prüfen und Pläne zu entwerfen.

Verlust von rund 60 Millionen Euro droht

Laut "Kurier" droht den zwölf Inlandscasinos heuer ein Verlust von rund 60 Mio. Euro. Nur die vier Standorte Wien, Bregenz, Innsbruck und Salzburg spielen dem Bericht zufolge schwarze Zahlen ein; seit Jahren werden die Spielbanken von den ertragreichen Lotterien, zu denen auch die einzige in Österreich legale Online-Glückspielplattform win2day gehört, sozusagen subventioniert.

Ende Mai bekamen die Casinos von den Lotterien, an denen sie 74 Prozent halten, 53 Mio. Euro Dividende - "so wie jeder andere Eigentümer auch", betonte Minar. Dies sei kein Hilfspaket gewesen.

Das "ReFIT"-Sanierungskonzept hat der Vorstand im April gestartet, mit einem Team von McKinsey. Der knapp sechswöchige Beratungsauftrag kostet das Unternehmen laut Zeitung eine halbe Million Euro.

Der Casinos-Austria-Konzern beschäftigt rund 3.400 Mitarbeiter im In- und Ausland, davon etwa 1.700 in der Casinos Austria AG, also in den zwölf Spielbanken und im Headquarter in Wien.

Standort-Schließungen sind nicht vorgesehen

Eine Schließung von Standorten ist nicht vorgesehen, das wollten weder Casinos-Chefin Bettina Glatz-Kremsner noch die Staatsholding ÖBAG. Der Syndikatsvertrag mit dem tschechischen Casinos-Mehrheitseigentümer Sazka enthält laut "Kurier" weder eine Standort- noch eine Arbeitsplatzgarantie und ist außerdem noch nicht in Kraft, weil die für die kommenden Monate erwartete Genehmigung der EU-Kommission noch aussteht.

Casinos-Specher Minar verwies gegenüber der APA auf gute Zahlen der Vergangenheit. In den vergangenen zehn Jahren sei das Casinogeschäft deutlich profitabel gewesen. "Allein die spielbezogenen Steuern und Abgaben betrugen in diesem Zeitraum rund 850 Mio. Euro." 2019 habe man in der Gruppe einen Rekordgewinn von 112 Mio. Euro erwirtschaftet und die Konzernschulden seien in den vergangenen Jahren um mehr als 500 Mio. Euro reduziert worden.

Heuer rechnet das Unternehmen laut "Kurier" für die WINWIN-Automatenhallen mit einem Verlust von 7 Mio. Euro, für die Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) sei ein negatives Betriebsergebnis von 13 Mio. Euro budgetiert. Das Lotterien-Ergebnis soll positiv bleiben, aber ebenfalls rückläufig sein.

>> Aktuelle News zur Coronakrise

(APA/Red)

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