But Beautiful - Kritik und Trailer zum Film

Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer war bisher einer der großen Mahner und zeigte mit Werken wie "We Feed The World" oder "Let's Make Money" Fehlentwicklungen der Gesellschaft auf. Mit seinem neuen Film "But Beautiful" wendet er sich nun den Lösungen zu. Wagenhofer zeigt Menschen, die neue Wege beschreiten - sei es in der Musik oder in der Rekultivierung vermeintlich ausgelaugten Landes.

Erwin Wagenhofer ist zurück - und das mit einem ganz neuen Blick. So hatte der 58-jährige Filmemacher bis dato mit aufwühlend-kritischen Dokumentararbeiten wie "We Feed The World" oder "Let's Make Money" den Finger in die Wunden der Zeit gelegt. Mit "But Beautiful" rückt der Regisseur nun die Lösungen ins Zentrum und porträtiert Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben. Ab Freitag im Kino.

But Beautiful - Kurzinhalt zum Film

Bunt ist dabei das Spektrum an Persönlichkeiten und Lebensentwürfen, die Wagenhofer zeigt. Sie reicht vom Jazzmusiker über ein Paar alternativer Bauern bis zum österreichischen Förster, der aus gesundem Holz gesunde Häuser fertigt. So widmet sich "But Beautiful" etwa Barbara und Erich Graf, die einst ins spanische La Palma auswanderten, um mit der Permafrostmethode ausgelaugte Böden wieder fruchtbar zu machen, und Bekannten auch schon einmal Mist als Gastgeschenk machen.

Der Förster Erwin Thoma sinniert indes über das kommunikative Verhalten der Bäume, die er als Sinnbild für Kooperation im Gegensatz zur kompetitiven Welt sieht, die sich der Mensch geschaffen hat. Sanjit Roy stellt sein Projekt des Barefoot College vor, in dem Frauen ohne jegliche Schulbildung in Indien zu "Solar Mamas" gemacht werden, die als Elektroingenieurinnen lernen, ihre Dörfer mit Strom zu versorgen. Der Jazzmusiker Kenny Werner stellt klar, dass, wer Musik nur mit der Welt der Gedanken mache, ihren echten Zauber versäume. Und selbst die Schwester des Dalai Lamas berichtet von ihrem Weg zum inneren Frieden.

Was die Jazzmusiker und die Baumkenner, die Bauern und die Philosophen eint: Sie sehen das Aufgeben der eigenen Identität und die ideelle Vereinigung mit anderen im Dienste der Sache als Weg zum Erfolg. Diese lebenszentrierte Haltung, die als Gegenbild zu einer geldzentrierten Fokussierung steht, ist es, die Wagenhofer in seiner Hommage an die Lebendigkeit würdigen möchte.

But Beautiful - Die Kritik

Er verschränkt dabei die Geschichten seiner Protagonisten, gibt keine Informationen über Namen und Orte, sondern setzt auf Impressionen, die sich überlagern, verschränken, zu einem Mosaik zusammensetzen. Wagenhofer ist ein Mutmachfilm geglückt, der nur implizit die Missstände beklagt, sondern im Optimismus schwelgt.

Als Zuschauer schwingt man sich nur allzu bereitwillig auf diese Haltung ein, auch wenn sich im Hinterkopf bisweilen das ungute Gefühl einschleicht, dass die Welt wohl doch anders tickt. Aber wer könnte dem Schlusszitat widersprechen: "Ich kann die Welt nicht ändern. Aber ich kann mich selbst ändern."

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(APA/Red)

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