Burg-Schauspielerin Bibiana Zeller feiert ihren 80sten Geburtstag

Sie ist eine der meistbeschäftigten Darstellerinnen des Burgtheaters, dem sie seit 1972 angehört. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Zeller in den frühen 80er Jahren als Frau Kottan in Peter Patzaks Fernsehserie "Kottan ermittelt".

Bibiana Zeller wurde am 25. Februar 1928 in Wien geboren. Nach einer privaten Schauspielausbildung erhielt sie 1950 ihr erstes Engagement am Theater in der Josefstadt. In den folgenden 20 Jahren war sie überwiegend auf deutschen Bühnen zu sehen. Erst 1972, als Gerhard Klingenberg sie ans Wiener Burgtheater engagierte, kehrte die Schauspielerin in ihre Heimatstadt zurück.

Am Burgtheater entwickelte sie sich bald zu einer profilierten Nebenrollendarstellerin. Sie trat in Stücken von Kleist, Ibsen, Brecht, Pirandello, Nestroy, Grillparzer und Shakespeare auf. Ihre besondere Vorliebe gilt aber modernen Autoren. So spielte sie in Claus Peymanns legendären Thomas Bernhard-Inszenierungen die schweigsame Wirtin im “Theatermacher” und Frau Liebig im “Heldenplatz”.

Auch in den vergangenen Jahren war sie in vielen Ur- und Erstaufführungen zu sehen, etwa in Gert Jonkes “Chorphantasie” und “Die versunkene Kathedrale” in der Regie von Christiane Pohle, in “Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)” von Lukas Bärfuss in der Regie von Thomas Langhoff, in “Ende und Anfang” von Roland Schimmelpfennig in der Regie von Nicolas Stemann sowie Friedericke Hellers Handke-Inszenierungen “Untertagblues” und “Spuren der Verirrten”. “Ich lasse mich auf Abenteuer ein”, so Zeller im Interview mit der Tageszeitung “Kurier”. “Das ist mir lieber, als ein vorprogrammierter Kassenschlager. Dann bin ich erstaunt, wie gut das geworden ist.”

Parallel zu ihrer Theaterkarriere wirkte Zeller in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Als Frau Kottan in der Fernsehserie “Kottan ermittelt” erlangte sie in den frühen 80er Jahren große Popularität. 2002 war sie etwa in Wolfgang Murnbergers TV-Krimi “Taxi für eine Leiche” zu sehen. Für das Kino spielte sie unter anderem in Michael Glawoggers Film “Die Ameisenstraße” (1995), in Robert Dornhelms Streifen “Der Unfisch” (1997) oder in Houchang Allahyaris Krimikomödie “Ene Mene Muh und tot bist du” (2001). 2004 war sie in Xaver Schwarzenbergs “Zuckeroma” zu sehen. In einer Gastrolle war Zeller auch in zwei Episoden von “Vier Frauen und ein Todesfall” sowie in der ORF-1-Serie “Polly Adler” zu Gast, besonders beliebt war sie als Herta in der Serie “Julia – Eine ungewöhnliche Frau”. Kürzlich drehte Bibiana Zeller mit Uschi Glas den TV-Zweiteiler “Familienbande”, geplant ist auch eine weitere Staffel von “Oben ohne”. Bei den Salzburger Festspielen 2005 und 2006 stand sie als Jedermanns Mutter auf der Bühne am Domplatz.

1998 wurde Zeller mit dem Berufstitel Kammerschauspielerin ausgezeichnet, im Rahmen der “Langen Nacht des Hörspiels” wurde sie 2001 zur Schauspielerin des Jahres gekürt. Am 23. Februar gratuliert ihr die Direktion des Burgtheaters im Anschluss an die Festvorstellung “Spuren der Verirrten” im Akademietheater bei geöffnetem Vorhang.

Am Samstag, dem 23. Februar zeigt ORF 2 (22.05 Uhr) ein Dacapo der bissigen Filmsatire “Ene Mene Muh und tot bist du”. 3sat zeigt am 27. Februar (22.25 Uhr) im Rahmen einer siebenteiligen Wiederholung der Kultserie “Kottan ermittelt” (seit 30. Jänner monatlich eine Folge) die Episode “Der Geburtstag”. “Ich bin eine Indianerin” lautet der Titel des Porträts in den “Menschenbildern” auf Ö1 am 24. Februar (14.05 Uhr). In den “Radiogeschichten” am Montag, den 25. Februar (Ö1, 11.40 Uhr) liest die Jubilarin Amy Wittings Erzählung “Miss Piper und Jedermann”.

Neues von Bibiana Zeller bringt der ORF auch in nächster Zukunft: In der “Soko Kitzbühel”-Folge “Schatting” der neuen Staffel der Krimiserie verkörpert Zeller eine “äußerst neugierige alte Dame, deren große Neugier an einem Mädchenmord ihr fast zum Verhängnis wird”, wie es in einer ORF-Aussendung heißt. Ausgestrahlt wir die Folge am 1. April (20.15 Uhr, ORF 1.) Äußerst neugierig auf neue Erfahrungen bleibt Zeller auch weiterhin. Der designierte Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann hat ihren Vertrag bereits verlängert, heißt es im “Kurier”. Zeller: “Arbeiten hält Kopf und Körper beweglich”.

 Fotos von Bibiana Zeller: Schauspielerin Bibiana Zeller

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