"Brustkrebspass" zur Orientierung

Auch wenn bei Brustkrebs eine Operation oft unerlässlich ist, sind die Heilungschancen heute sehr gut. Ein "Brustkrebspass" soll der Orientierung für alle Frauen dienen.

Gute Neuigkeiten für Patientinnen hat der Grazer Chirurg Michael Smola, Leiter der Arbeitsgruppe für Mammachirurgie an der Grazer Uniklinik für Chirurgie und Präsident der „Brustkrebshilfe“ parat: “90 Prozent der Patientinnen können bei uns Brust erhaltend operiert werden“. Am Donnerstag hat er sein Buch „Hilfe bei Brustkrebs“ präsentiert, das umfangreiche Basisinformation beinhaltet.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – doch die Heilungschancen sind gut, wenn der Tumor rechtzeitig erkannt wird, so Smola. Heutzutage sei auch die Entfernung der Achsel-Lymphknoten nicht mehr unbedingt notwendig: Die Sentinel-Lymphknotenbiopsie, wie sie Smola in Graz an jährlich 250 Frauen durchführt, lasse verlässliche Aussagen über einen möglichen Befall zu – nur in diesem Fall müssen auch die Achsel-Lymphknoten entfernt werden, so Smola.

Behandelte man in der Vergangenheit meist durch eine radikale Brustentfernung, ist heute die erhaltende Tumorentfernung in Kombination mit einer externen, sechswöchigen Strahlentherapie Standard. Mittlerweile gibt es aber auch schon für Frauen im Frühkrebsstadium die Möglichkeit einer einmaligen, intraoperativen Bestrahlung, so Smola: Zur Zeit vergleichen führende Zentren weltweit in der internationalen Studie die Ergebnisse der konventionellen und der Einmal-Behandlung. Dabei wird die Sonde der Strahlenquelle in das Tumorbett platziert und so nur das Zielgewebe bestrahlt. Für das Grazer Uni-Klinikum bemüht sich Smola, ein entsprechendes Behandlungsgerät um rund 350.000 Euro zu erhalten.

Frauen, die an Krebs erkrankt sind, aber auch deren Abgehörige sehen sich oft einer Fülle von Fragen ausgesetzt: Was kommt etwa bei den Untersuchungen wie Computer. bzw. Magnetresonanztomographie, Ultraschall oder Biopsien auf sie zu, welche Möglichkeiten der Therapie gibt es? Smola beschreibt in seiner neuen Publikation ausführlich Methoden und Behandlungsverfahren und stellt in leicht verständlicher Sprache Chancen und Grenzen von Früherkennung und Therapie dar. Das Kompendium enthält auch Hinweise zu komplementären Verfahren. Ein beiliegender „Brustkrebspass“, der den behandelnden Ärzten vorgelegt werden kann, soll Frauen helfen, keine Untersuchung zu versäumen und zugleich unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

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