Brüllen wie ein Löwe

Gastkommentar von Petra Falk: Kompetent, sicher, überzeugend und authentisch. Das sind nur einige der Attribute die wir uns selbst abverlangen, wenn wir vor oder mit anderen sprechen. Egal ob in einer Besprechung, bei einer Präsentation, einem Vortrag oder im Gespräch mit dem Chef.
Stimme macht Stimmung

Die Vorbereitung passt und wir nehmen uns vor, unseren Inhalt so gut wie möglich rüber zu bringen. Wenn es dann so weit ist, sieht es aber leider meist anders aus. Nicht selten spüren wir dann einen Kloß im Hals, müssen uns ständig räuspern, die Stimme klingt piepsig, die Struktur in der Sprache geht völlig verloren und wir haben Angst den Faden zu verlieren. Was passiert in dieser Situation? Anstatt zu kämpfen, machen wir uns meistens noch kleiner und werden schneller um die Situation schnellst möglich hinter uns zu lassen.

Warum das so ist? Ich möchte Ihnen diese Woche etwas über die innere Haltung und deren Auswirkung auf das Verhalten erzählen.

Überzeugender und kompetenter wirken

Häufig kommen Menschen zu mir ins Training die im Job überzeugender, kompetenter und durchsetzungsstärker wirken möchten. Viele denken, es sei ausreichend an der Stimme und der Art und Weise zu sprechen zu arbeiten, so einfach ist das aber leider nicht. Denn die innere Haltung ist entscheidend dafür, wie wir bei unserem Gegenüber ankommen. Man kann nicht Brüllen wie ein Löwe wenn man sich fühlt wie eine Maus!!!!

Der Dramaturg und Sozialwissenschaftler Keith Johnstone hat entdeckt, dass Menschen immer einen Status einnehmen, wenn sie miteinander kommunizieren. Den Hochstatus oder den Tiefstatus. Eine Person im Hochstatus demonstriert durch sein Verhalten Überlegenheit und übernimmt die Führung, bzw. die Kontrolle. Eine Person im Tiefstatus demonstriert Unterlegenheit und gibt die Kontrolle ab. Achtung: Der Hochstatus ist nicht besser oder sympathischer als der Tiefstatus – oft ist der Tiefstatus sogar die bessere Strategie! Wenn Sie vor anderen sprechen müssen und kompetent und sicher wirken wollen, dann sollten Sie allerdings aus dem Hochstatus heraus kommunizieren.

Welchen Status wir einnehmen verraten wir mit Signalen die wir unbewusst versenden. Über die verbale Kommunikation, die nonverbale Kommunikation und über die paraverbale Kommunikation (Sprache und Stimme). Menschen im Tiefstatus machen sich sowohl körpersprachlich, als auch sprachlich kleiner – Menschen im Hochstatus machen genau das Gegenteil – sie nehmen viel Raum ein, machen sich größer, sprechen lauter mit festerer Stimme und signalisieren mit kurzen Sätzen Entschlossenheit.

Tipps und Tricks

TIPP: Um zu lernen aus dem Hochstatus heraus zu sprechen, sollten Sie zunächst im stillen Kämmerlein einige Dramaturgieübungen machen. Schlüpfen Sie zum Beispiel in die Rolle einer Königin oder eines Königs der/die vom Balkon hinunter zum Volk spricht. Sie sind ein freundliches aber strenges Staatsoberhaupt! Wenn es Ihnen gelingt in diese Rolle zu schlüpfen, werden Sie sofort bemerken, dass Ihre Stimme fester, Ihre Sätze kürzer und Ihre Körperhaltung straffer und aufrechter ist. Sie haben Ihre innere Haltung erfolgreich geändert!!!

Wenn Ihnen diese Übung gut gelingt, nehmen Sie sich zunächst fest vor im Gespräch mit jedem Dienstleister aus dem Hochstatus heraus zu sprechen, sich also größer zu machen.

Die innere Haltung wirkt sich also eins zu eins auf unser Verhalten aus, und der Einsatz von Sprache und Stimme, also das Kommunizieren gehört in das Genre Verhalten. Um beim Sprechen vor anderen eine gute Dramaturgie zu haben, ist es wichtig, dass Sie in der Lage sind in Rollen zu schlüpfen und dafür muss man die Komfortzone verlassen. Darum dreht es sich auch in meinem nächsten Gastkommentar! Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Woche!

Stimmige Grüße

Petra Falk

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