Börsenotierte JoWooD insolvent - Sanierungsverfahren beantragt

Das börsenotierte steirische Unternehmen ist insolvent. Eine Neustrukturierung samt Kapitalzuschuss beim angeschlagenen Computerspiele-Hersteller ist gescheitert. Der Vorstand hat ein Sanierungsverfahren beantragt, teilte die Gesellschaft ad hoc mit. Man hofft auf einen Fortbestand. Kurz nach 13.00 ist der Handel an der Wiener Börse in JoWood-Aktien ausgesetzt worden.

JoWooD hofft aber auf einen Fortbestand der Firma, die zuletzt rund 90 Mitarbeiter beschäftigt hatte. Begründet wurde der Insolvenzantrag damit, dass eine Neustrukturierung samt Kapitalzuschuss gescheitert ist, wie das börsenotierte Unternehmen Freitagnachmittag ad hoc mitteilte.

Vor zwei Tagen hatte JoWooD ad hoc mitgeteilt, dass der ehemalige Hauptaktionär Koch Media auf 2,36 Mio. Euro verklagt wurde. Der Vorwurf: Die von Koch Media im Zuge der bei JoWooD im Jänner 2006 durchgeführten Sachkapitalerhöhung als Sacheinlage eingebrachten Forderungen waren überbewertet.

Die Tiroler Koch Media hatte zuweilen bis zu 45 Prozent an den Steirern gehalten. Als sich die Tiroler zurückgezogen hatten, sprachen sie davon, dass die “Rettungsaktion” geglückt sei. In den ersten neun Monaten bis September 2010 fuhr JoWooD unterm Strich einen Konzernverlust von 25 Mio. Euro ein. Im abgelaufenen Jahr fielen Millionenabschreibungen auf den Beteiligungsansatz der Konzerntochter DreamCatcher (Goodwill) bzw. JoWooD Iberica S.L. (in Stilllegung) an.

Bei der Bekanntgabe der Drittquartalszahlen hatte die Gesellschaft Mitte Dezember gemeldet, gegenwärtig mit Investoren zu verhandeln, um die Eigenkapitalbasis und Liquidität zu stärken. Das war allerdings nicht das erste Mal, dass die Steirer in wirtschaftlichen Turbulenzen waren.

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