Börsengang soll General Motors von Lasten befreien

Der US-Autobauer General Motors will mit dem geplanten Börsengang zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mit den Einnahmen aus der Ende November erwarteten Aktienemission will sich die verstaatlichte Opel-Mutter schrittweise aus der Umklammerung durch den US-Staat lösen und zugleich seine Bilanz bereinigen. Dazu gab der einstige Weltmarktführer am Donnerstag in Detroit umfangreiche Maßnahmen bekannt.

“Diese Schritte werden unseren Fremdfinanzierungsgrad um elf Mrd. Dollar senken und unsere finanzielle Lage gegenüber den Pensionskassen verbessern”, sagte Finanzchef Chris Lidell.

Der Regierungen der USA und Kanadas hatten GM im vergangenen Jahr mit Milliarden an Steuergeldern vor dem Aus gerettet und halten seither die Mehrheit an der einstigen Industrie-Ikone. Die US-Regierung erhielt 61 Prozent der Anteile, Kanada bekam knapp zwölf Prozent. Weitere 17,5 Prozent bekam die Automobilgewerkschaft UAW im Gegenzug für einen Verzicht auf Sozialleistungen. Die US-Regierung will im Zuge des Börsengangs einen Teil ihrer Anteile über die Börse verkaufen. GM sagte zu, vom Staat eigene Aktien im Wert von 2,1 Mrd. Dollar abzunehmen.

Nach dem Börsengang zahlt der Autobauer 2,8 Mrd. Dollar (2,02 Mrd. Euro) an einen Pensionsfonds der UAW zurück. Weitere rund vier Milliarden in bar sowie zwei Mrd. Dollar in Form von Vorzugsaktien sollen an einen Pensionsfonds für Teilzeitbeschäftigte und Festangestellte gehen. Durch diese Schritte wird der Konzern schätzungsweise 500 Mio. Dollar jährlich an Zinsen sparen. Insgesamt wird die GM-Bilanz den Angaben zufolge um rund elf Mrd. Dollar entlastet.

Der Konzern kündigte ferner eine Kreditvereinbarung mit Banken in Höhe von fünf Mrd. Dollar an. Diese Mittel würden als zusätzliches Liquiditätspolster benötigt, um den Börsengang abzuschließen, hieß es. GM ist mit etwa 27 Mrd. Dollar im Rückstand mit Zahlungen an Pensionsfonds. Diese Forderungen waren im Zuge der Blitzinsolvenz im vergangenen Jahr unberührt geblieben.

Die Konzernführung will kommende Woche damit beginnen, Investoren über die Details des geplanten IPO (Initial Public Offering) zu informieren. Das Börsendebüt wird für die zweite Novemberhälfte angepeilt. Unter Experten ist vor allem die Höhe der Bewertung von GM umstritten. Um die gesamten 43 Mrd. Dollar Steuergelder, die die US-Regierung in GM-Anteile investiert hat, wieder zurückzubekommen, müsste die Börsenbewertung bei rund 70 Mrd. Dollar liegen.

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