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Briefträger verfolgte und missbrauchte Kinder

&copy APA Symbolfoto
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Ein Wiener Briefträger ist im Straflandesgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen zu zwei Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden - verschaffte sich mit Generalschlüssel Zutritt in Wohnhäuser in Favoriten.

Der 41 Jahre alte Postler – selbst Vater von zwei halbwüchsigen Kindern – war in seinem Rayon in Wien-Favoriten immer wieder Kindern von der Straße in ihre Wohnhäuser gefolgt, wobei es ihm sehr gelegen kam, dass er aus beruflichen Gründen über einen Generalschlüssel verfügte.

Zwei Mädchen und ein Bub missbraucht

Zwei Mädchen und ein Bub fielen dem Kinderschänder zum Opfer, in zumindest einem weiteren Fall wurde ein Übergriff dank glücklicher Umstände im letzten Moment verhindert. Nach seiner Festnahme fand sich in der Wohnung des Mannes eine beachtliche Sammlung von kinderpornografischem Material.

Postler bestreitet Missbrauch

Der 41-Jährige war in einem einzigen Faktum geständig. Er gab zu, am 14. Februar 2005 einem zehn Jahre alten Buben nach der Arbeit „nachgegangen“ zu sein. Mit Hilfe seines Schlüssels konnte er diesem bis ins Stiegenhaus folgen. „I hob eahm die Hos’n auszogen und die Unterhos’n a Stückerl owe zog’n“, schilderte der Angeklagte.

Als er Anstalten machte, das Geschlechtsteil seines Opfers in den Mund zu nehmen, begann der Zehnjährige zu weinen. Da ergriff der Täter die Flucht. „I nimm an, dass das a Art Blackout war. Auf Grund der ganz’n pornografischen Darstellungen im Internet is’ mir des mehr oder weniger passiert. I hob des nimmer steuern kennan. I hob glaubt, dass bringt mir a sexuelle Befriedigung. Es is’ eh net so g’wesn“, erklärte der Postler.

Neunjähriges Mädchen belästigt

Nur zwei Tage später und in derselben Gegend versuchte der Mann, einem neunjährigen Mädchen zwischen die Beine zu greifen, indem er ihr vormachte, sie habe dort einen schmutzigen Fleck. Weil auch dieser Vorfall zur Anzeige gelangte, erinnerte sich die Polizei an einen in den Mai 2004 zurück reichenden Fall, wo der Postler bereits in dringenden Verdacht geraten war, einer Siebenjährigen die Hose herunter gezogen und sie – wie es in den Akten hieß – „geleckt“ zu haben.

Die Volksschülerin hatte ihn bei einer Gegenüberstellung aber nicht eindeutig wieder erkannt, so dass die Staatsanwaltschaft dieses Verfahren zunächst einstellte.

Polizei beobachtete Briefträger

Mit den neuen Verdachtsmomenten konfrontiert, beschloss die Polizei, die Streifen-Tätigkeit im Rayon des Briefträgers zu verstärken. Tatsächlich konnte er am 18. Februar 2005 dabei beobachtet werden, wie er in auffallender Weise einem kleinen Mädchen folgte. Dieses bemerkte den Mann, glaubte sich in Sicherheit, als sie in ihrem Haus die Gegensprechanlage betätigte und die Haustür hinter sich zumachte.

Auf frischer Tat ertappt

Für den Postler war die Tür aber kein Hindernis. Das Mädchen flüchtete voller Angst in die Waschküche, wo sie zufällig ihren älteren Bruder antraf. In diesem Moment war auch schon die Polizei zur Stelle. Für den Verdächtigen klickten die Handschellen, im anschließenden Verhör gab er auch den Missbrauchsfall aus dem Vorjahr zu.

„Drei Kinder sind für eine mildere Strafe einfach zu viel“, begründete Richter Johannes Jilke das bei einem bisher unbescholtenen, teilweise geständigen Angeklagten vergleichsweise strenge Urteil. Der Strafrahmen hätte höchstens fünf Jahre zugelassen. Der 41-Jährige war damit einverstanden, die Strafe ist rechtskräftig.

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