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Bürgerinitiative gegen neues Austria-Stadion

Gegen das geplante Stadtentwicklungsprojekt im Süden Wiens macht nun eine Bürgerinitiative mobil. Sie nennt sich „Stopp Megacity Rothneusiedl“ - und kämpft nicht nur gegen das neue Austria-Stadion, sondern auch gegen das dort geplante Einkaufszentrum.

Protestiert wird gegen die Verbauung einer der größten Grünflächen der Stadt. Die Hoffnung ruht auf Bauern bzw. Pächtern, die sich dem Vernehmen nach nicht von ihren Flächen trennen wollen.

„Wir wollen hier leben, nicht nur wohnen“, betonte der Sprecher der Initiative, Erich Guzmits, bei einer Pressekonferenz in Rothneusiedl. Das Areal, auf dem auf Betreiben von Frank Stronachs Magna ein Stadion und ein Einkaufszentrum entstehen sollen, ist derzeit vor allem landwirtschaftlich genutzt. Die Felder und Grünbereiche seien aber auch ein wichtiges Erholungsgebiet, wurde betont.

Es sei nicht sinnvoll, vier Kilometer von der Shopping-City-Süd entfernt ein großes Einkaufszentrum mit 60.000 Quadratmetern Fläche zu bauen. Einkaufslagen in Favoriten, Simmering und Meidling seien dadurch massiv bedroht. Eine weitere Folge sei die steigende Verkehrsbelastung. „Ein privater Investor treibt die Stadtplanung vor sich her“, kritisierte Guzmits. Die Kosten für die öffentliche Erschließung würden jedoch rund 1 Mrd. Euro betragen, für die der Steuerzahler aufkommen müsse.

Die Initiative (http://www.stoppmegacity.at/) hat eine Unterschriftenaktion gestartet, die letztendlich zu einer Bürgerbefragung im Bezirk Favoriten führen soll. 1.500 Menschen haben die Petition bisher unterzeichnet. Die Rothneusiedler Aktivisten fordern ein Abgehen von den Bebauungs- und Erschließungsplänen. Die U-Bahn, so meinen sie, soll eher in Richtung Hansson-Siedlung und Oberlaa verlängert werden.

Unklar ist derzeit, wie weit die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern in Rothneusiedl fortgeschritten sind. Bürgermeister Michael Häupl (S) hat zuletzt in einem APA-Interview berichtet, dass die Gespräche noch im Gange sind. Laut der Bürgerinitiative gibt es zumindest einen Bauern, der angekündigt hat, seine Parzelle nicht zu verkaufen. Auch ein Pächter wehrt sich dem Vernehmen nach noch gegen eine Absiedlung.

Wie Guzmits berichtete, gab es gegen die Aktivisten zuletzt bereits Drohungen von Austria-Anhängern. Man sei aber auf keinen Fall gegen den Klub, wie betont wurde: „Einige von uns sind Austria-Fans.“ Man lasse sich aber nicht einschüchtern. „Und es haben auch Fans gesagt, dass sie das hier nicht wollen“, so Guzmits, der einen Ausbau des Horr-Stadions empfahl.

Nicht alle in Rothneusiedl gewünschten Projekte konnten bisher realisiert werden: Der Vertreter eines Kleingartenvereins berichtete von seinen jahrelangen Bemühungen um die Errichtung einer asphaltierten Zufahrt zur Anlage. Diese werde unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass ein solcher Bau im geschützten Grüngebiet nicht möglich sei. „Gleichzeitig werden gegenüber 100.000 Quadratmeter zubetoniert“, ärgerte sich der Kleingärtner. Die Zufahrt wäre 350 Meter lang und drei Meter breit.

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