Breiviks Kinderarzt vermutet Asperger-Syndrom

Der seinerzeitige Kinderpsychiater des geständigen norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik vermutet, dass sein ehemaliger Patient unter dem so genannten Asperger-Syndrom leidet. Psychiater Per Olav Naess sagte gegenüber dem Norwegischen Rundfunk NRK, es sei jedenfalls "sehr wahrscheinlich", dass Breivik seit seiner Kindheit unter der dem Autismus verwandten Persönlichkeitsstörung leidet.
Breivik-Prozess: Verteidigung rief Rechtsextreme in Zeugenstand
Utöya-Überlebende rettete sich durch Totstellen

Naess zufolge reicht diese Diagnose jedoch nicht aus, um die Taten und Handlungsmuster Breiviks zu erklären. Er würde insgesamt wohl zu dem Schluss kommen, dass Breivik bei der Durchführung seiner beiden Terroranschläge zurechnungsfähig gewesen ist, sagte der Arzt laut NRK.

Der Prozess gegen Breivik wurde unterdessen in Oslo fortgesetzt. Im Fokus der Verhandlung stand am Freitag die Psyche des Massenmörders, der am 22. Juli vergangenen Jahres insgesamt 77 Menschen getötet hatte. Psychiater Naess war als Zeuge geladen. Naess hatte Breivik im Alter von vier Jahren untersucht, als dieser von seiner Mutter zwangsweise getrennt wurde.

  • VIENNA.AT
  • Breiviks Kinderarzt vermutet Asperger-Syndrom
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen