Brandstiftung in Wiener Innenstadt: U-Haft über Verdächtigen am Krankenbett verhängt

Über den Verdächtigen Werner C. wurde nun Untersuchungshaft verhängt.
Über den Verdächtigen Werner C. wurde nun Untersuchungshaft verhängt. ©APA
Nach dem Brand am Mittwoch in der Wiener Innenstadt in der marc-Aurel-Straße wurde über den Verdächtigen Werner C. (44) am Freitag die U-haft verhängt. Der Mann befindet sich derzeit in einem Krankenhaus und bestreitet den Brand gelegt zu haben.
Einsatz beim Brand
17 Personen verletzt
Brand fordert Todesopfer
Feuer in der Innenstadt
Verdächtiger wird gesucht
Polizei nimmt 44-Jährigen fest
Verdächtiger nicht geständig

“Als Haftgrund wurde Tatbegehungsgefahr angenommen”, gab die Sprecherin des Straflandesgerichts, Christina Salzborn, bekannt. Der Beschluss ist rechtskräftig und bis zum 2. Mai rechtswirksam.

Verdacht der Brandstiftung in der City

Der Mann bestreitet, mit der Brandstiftung, die eine Nachbarin des Verdächtigen das Leben gekostet hat, etwas zu tun zu haben. Er behauptet, in seiner Wohnung, aus der er am Mittwoch infolge erheblicher Mietrückstände delogiert hätte werden sollen, wäre es ohne sein Zutun zu einer Explosion gekommen.

Bei einer ersten polizeilichen Befragung schilderte der Verdächtige, er hätte zunächst seine Mutter besucht und wäre dann mit seinem Hund spazieren gegangen. Als er an seiner Wohnung anlangte und diese aufsperren wollte, sei er in dem Moment, als er den Schlüssel ins Schloss stecken wollte, von der Detonation überrascht worden. Eine 23-Jährige wurde von einer umstürzenden Mauer erschlagen. 17 Personen wurden verletzt, davon mussten sieben mit Rauchgasvergiftungen vorübergehend stationär behandelt werden.

“Im Schock davon gelaufen”

Auf die Frage, weshalb er sich nach der Explosion entfernt habe, hatte der 44-Jährige laut Polizei erklärt, er wäre “im Schock davon gelaufen”. Der Mann war Donnerstag früh in der Löwengasse am Gehsteig liegend aufgegriffen worden. Er soll stark alkoholisiert und zunächst nicht ansprechbar gewesen sein.

Ein heftiger Knall hatte Bewohner des betroffenen Gebäudes um 4.30 Uhr aus dem Schlaf geschreckt. Ersten Erkenntnissen zufolge war Benzin als Brandbeschleuniger verwendet worden. Nähere Aufschlüsse soll das Gutachten eines Brandsachverständigen erbringen.

U-Haft am Krankenbett verhängt

Die Kriminalisten taten sich bei der Befragung des 44-Jährigen sehr schwer. Da er sich in einem psychisch labilen Zustand befinden soll, wurde er auch in ein Spital und nicht in die Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt. Justizwachebeamte übernahmen die Bewachung des Haftverdächtigen. Die U-Haft wurde vom zuständigen Haftrichter am Krankenbett verhängt. “Die Einvernahme war problemlos möglich”, berichtete die Gerichtssprecherin. Bei dieser war auch der Strafverteidiger Ernst Schillhammer zugegen, der auf APA-Anfrage bestätigte, in diesem Fall das Mandat übernommen zu haben. “Inhaltlich gibt es von mir vorerst kein Statement”, meinte der Anwalt, der gegen die U-Haft keine Einwände hatte und daher von Rechtsmitteln Abstand nahm.

(APA/Red)

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