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Brand vor 40 Jahren in Hotel "Am Augarten" in Wien-Leopoldstadt: Mindestens 25 Tote

Bei dem Brand vor 40 Jahren konnten 70 Menschen gerettet werden, 25 Menschen kamen ums Leben.
Bei dem Brand vor 40 Jahren konnten 70 Menschen gerettet werden, 25 Menschen kamen ums Leben. ©Stadt Wien/ Feuerwehr
Vor 40 Jahren kam es zu einem dramatischen Brand im Hotel "Am Augarten" in der Helnestraße in Wien-Leopoldstadt. Bei der Tragödie starben mindestens 25 Menschen.
Bilder vom Brand

Am 28. September 1979 kam zu einem verheerenden Brand im Hotel "Am Augarten" in der Helnestraße. Damals kamen mindestens 25 Menschen ums Leben. Fehlender Brandschutz und eine späte Alarmierung der Feuerwehr führten zu der Tragödie in Wien-Leopoldstadt.

"Am Augarten" in Wien: Hotel war ausgebucht

Vermutlich bereits eine Stunde vor der Alarmierung der Wiener Berufsfeuerwehr nahm das Unglück seinen Ausgang. In der Portierloge dürften über längere Zeit heiße Zigarettenreste geglost haben. Zu dem Zeitpunkt war das Hotel mit fast 100 Gästen ausgebucht.

Durch die Hitze entzündeten sich in Folge Möbel und der Spannteppich in der Portierloge. Dabei wurden große Mengen Kohlenmonoxid und andere giftige Gase produziert. Der Brandrauch breitete sich über das einzige Stiegenhaus in allen vier Stockwerken aus. Durch die Türritzen drang dieser auch in die Gästezimmer ein.

Erste Todesopfer bereits vor Brandentdeckung

Bereits bevor der Brand entdeckt wurde, sind vermutlich ein Großteil der später gefundenen Todesopfer erstickt. Vor allem in den oberen Stockwerken war dies der Fall - dort war keine einzige Person an den Folgen der Brandhitze gestorben.

Der Nachtportier war in jener Nacht mit einer Bekannten in einem Zimmer im 3. Stock, als er schließlich auf den Brandrauch aufmerksam wurde. Er warnte einen Zimmernachbarn und öffnete anschließend ein Fenster. Entweder dadurch oder durch das Zerspringen einer Fensterscheibe war plötzlich reichlich Sauerstoff vorhanden. Durch diesen wurden die heißen Gase entzündet und es kam zu einem "flash over". Schlagartig stand das Stiegenhaus in Flammen. Hotelgäste wurden schließlich auf den Brand aufmerksam und riefen um Hilfe. Nachbarn gingen zunächst von einer Wirtshausschlägerei aus und alarmierten die Feuerwehr vorerst nicht. Laut einem Bericht wurde diese erst 20 Minuten nach den ersten Hilferufen alarmiert. Da war es bereits 5.15 Uhr.

Wiener Berufsfeuerwehr begann sofort mit Flammenbekämpfung

Fünf Minuten später trafen die ersten Feuerwehrleute am Brandort ein. Zahlreiche Menschen riefen von den Fenstern aus um Hilfe. Eine junge Frau sprang kurz nachdem Eintreffen der Feuerwehr aus dem 1. Stock. Sie verstarb kurze Zeit später im Spital.

Mit einer Löschleitung wurden sofort die Flammen im Erdgeschoss bekämpft. Gleichzeitig wurde mit der Rettung der eingeschlossenen Personen begonnen. Anfangs wurden dafür eine Drehleiter, zwei Schiebleitern, eine Bockleiter und auch ein Sprungbalg eingesetzt, das teilweise mit Passanten besetzt wurde. Innerhalb kürzester Zeit wurde auf Alarmstufe 4 erhöht. So standen rasch insgesamt fünf Drehleitern für die Menschenrettung zur Verfügung.

Brand in Wien-Leopoldstadt: Mindestens 25 Tote

Mit vier Löschleitungen konnten der Brand und die Glutnester im Stiegenhaus verhältnismäßig rasch gelöscht werden. Jedoch war das gesamte Haus noch immer stark verraucht. Die meisten Feuerwehrleute waren bei den Menschenrettungen eingebunden. Der Hausmeister des Nachbarhauses machte die Einsatzkräfte schließlich auf einen kleinen Lichthof aufmerksam. Auch dort riefen einige Eingeschlossene um Hilfe. Dieser Hof war jedoch nur über ein kleines Fenster des Nachbarhauses erreichbar. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse konnten dort nur kurze Leitern und Hakenleitern eingesetzt werden. Zwei Gäste kletterten aus einem Fenster im vierten Stock über das Dach ins Nebengebäude und konnten sich so in Sicherheit bringen. Bei dem Brand kamen mindestens 25 Menschen ums Leben. Die Feuerwehr konnte knapp 70 Personen retten.

Damals verfügte das Hotel weder über eine Brandmeldeanlage, noch über Brandabschnitte. Außerdem waren die Türen zu den Gästezimmern undicht und es gab nur ein Stiegenhaus - diese war damals verraucht bzw. brannte es. Die Tragödie führte schließlich zu einer Verschärfung der Brandschutzbestimmungen für Hotels. Beim Brand des Hotels "Am Auguarten" gab es nach dem Ringtheater 1881 die meisten Opfer eines Brandes in zivilen Zeiten in Wien

(Red)

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