Bosse kommt im Taxi zurück

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Zweieinhalb Jahre sind seit der Veröffentlichung seines letzten Albums vergangen. Zweieinhalb Jahre gefüllt mit Songwriting für das neue Bosse Album "Taxi". Gereift und ergreifend!

„Auf meinem Debüt „Kamikazeherz” gab es noch unendlich viele Wege”, erinnert sich Bosse, auf „Guten Morgen, Spinner” waren es vielleicht noch zwei und jetzt, jetzt bin ich angekommen.” Er sagt das ohne Bedauern, er fühlt sich freier denn je. Frei von der dämlichen Dauerjugendlichkeit des Alles-Offen-Haltens, frei von dem Musikkonzern, der die Namen seiner Bands nicht mehr kennt, frei von dem Zwang, Lärm machen zu müssen. Ein Schlüsselerlebnis war seine erste Unplugged-Show letztes Jahr in Berlin. „Zum ersten Mal kamen Menschen nach dem Auftritt an meinen Stand und sprachen mit mir über Texte. Früher torkelten sie bloß mit blutigen Nasen vorbei und lallten: „Goiler Rock’n’Roll, Alder!”

Nun also: Schluss mit dem Lärm. Sein drittes Album hat Bosse zu zweit mit Produzent Jochen Naaf (Peter Licht, Polarkreis 18) in dessen Wohnzimmer aufgenommen, sich Zeit gelassen und „über jedes Wort dreißig Mal nachgedacht.” Es ist sein erstes Indie-Album geworden, versteht man Indie als klangliche Reduktion, unkitschige Intimität und unaufdringliches Spinnen eines roten Fadens. „Mutmacher mit Grundsehnsucht” könne man diesen nennen und seine dicksten Knoten lauten „Gegen Murphy”, „Augen schließen” und „Liebe ist leise”. Ersteres ein Manifest gegen die allgegenwärtige Sucht nach schlechten Nachrichten und Fatalismus und letztere die zwei riskantesten Statements, die ein Rock’n’Roller äußern kann: ‚Ich vergesse alle praktischen Nöte, wenn ich an meine Familie denke’, sowie ‚Liebe ist kein Rock’n’Roll.’

Auf “Taxi” ist Bosse mehr denn je ein wenig Niels Frevert, ein wenig Kante und sogar ein wenig Nada Surf, aber bei all dem ist er durch seine ureigene Phrasierung und Ungeschliffenheit vor allem und unverkennbar: Bosse. Völlig bei sich. Das berührt und tut einfach nur gut.

Bosse mit seiner ersten Single ”3 Millionen”

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