Bosnien: Deutscher Diplomat folgt Lajcak

Der deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger ist laut der Belgrader Tageszeitung "Vecernje novosti" der "wahrscheinlichste Nachfolger" von Miroslav Lajcak im Amt des Internationalen Bosnien-Beauftragten in Sarajevo.

Das Blatt beruft sich auf Diplomatenkreise in der bosnischen Hauptstadt. Lajcak übernahm am Montag die Funktion des slowakischen Außenministers. Ischinger war seit Mai des Vorjahres für die Allianz-Versicherung tätig. Zudem ist er Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz.

Am gestrigen Dienstag kam in Sarajevo der Friedensimplementierungsrat zusammen. Lajcak werde das Amt des Internationalen Bosnien-Beauftragten bis zur Bestellung eines Nachfolgers weiter ausüben, bestätigte der tschechische Botschafter in Sarajevo, Jiri Kudela, nach dem Treffen. Man habe keine Namen in Zusammenhang mit dem künftigen Bosnien-Beauftragten diskutiert, wurde Kudela von bosnischen Medien am Mittwoch zitiert. Der Implementierungsrat überwacht die Umsetzung des Dayton-Friedensabkommens, mit welchem Ende 1995 der dreijährige Bosnien-Krieg beendet wurde.

Der 62-jährige Ischinger, der bis Mai 2008 deutscher Botschafter in Großbritannien war, ist ein Balkan-Kenner. Zusammen mit dem US-Diplomaten Richard Holbrooke war er 1995 maßgeblich am Zustandekommen des Friedensabkommens von Dayton und später am Südosteuropa-Stabilitätspakt beteiligt. 2007 ernannte der EU-Außenbeauftragte Javier Solana Ischinger zum Kosovo-Beauftragten der Europäischen Union.

Als mögliche Nachfolger für Lajcak wurden auch der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda, der frühere irische Ministerpräsident Bertie Ahern und der ehemalige EU-Außenkommissar Chris Patten kolportiert. Swoboda dementierte vorige Woche allerdings eine Kandidatur. Swoboda ist der Kroatien-Berichterstatter des Europäischen Parlaments. Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender der Parlaments-Delegation für die Beziehungen zu den südosteuropäischen Staaten.

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