Booksmart - Kritik und Trailer zum Film

Molly ist eine witzige und smarte Streberin, stolz darauf, dank harter Arbeit einen Studienplatz an der US-Eliteuni Yale ergattert zu haben. Sie steht über dem intriganten Geplänkel an ihrer Highschool und verbringt stattdessen lieber Zeit mit ihrer besten Freundin Amy. Als Molly aber eines Tages mit den Sportlern und coolen Schönheiten ihrer Schule über deren Unipläne spricht, merkt sie, dass auch die coolen Kids hervorragende Studienplätze bekommen haben - und das, obwohl sie dauernd auf Partys waren. Molly und Amy sind irritiert und beschließen, vier Jahre Lernen und Langeweile durch eine letzte Partynacht vor der großen Zeugnisvergabe wiedergutzumachen.

Männer leben ihre Teenie-Fantasien schon lange auf der Leinwand aus. George Lucas in "American Graffiti" (1973), John Hughes im "Breakfast Club" (1985), und Richard Linklater mit "Confusion - Sommer der Ausgeflippten" (1993) - um nur einige zu nennen. Nun legt Olivia Wilde mit der feministischen und herrlich schlüpfrigen US-Teenie-Komödie "Booksmart" aus Frauensicht nach. Ab Donnerstag im Kino.

Die US-Regisseurin und die Drehbuchautorinnen Katie Silberman, Emily Halpern, Sarah Haskins und Susanna Fogel erfinden das Genre nicht so sehr neu. Sie frischen es eher auf und erfüllen eine vertraute Formel - bekannt als "One Crazy Night-Struktur" - mit einer feministischen Sensibilität.

Booksmart - Kurzinhalt zum Film

Die besten Freundinnen Amy (Kaitlyn Dever) und Molly (Beanie Feldstein, die jüngere Schwester von Jonah Hill) haben die ganze Highschool damit verbracht, Partys auszulassen, in der Bibliothek zu büffeln und an feministischen Programmen zu feilen, um später an ihre Traumuniversitäten zu kommen. Sie sind keine schüchternen, gemobbten Mädchen, sondern selbstgefällige Streberinnen. Amy ist eine großherzige Idealistin, die im Begriff ist, den Sommer in Botswana zu verbringen, um "Frauen bei der Herstellung von Tampons zu helfen". Molly träumt davon, die jüngste Richterin am Obersten Gerichtshof zu werden. Aber als sie erfahren, dass einige ihrer Mitschüler in Eliteunis gekommen sind obwohl sie ihre Jugend damit verbracht haben, Bierdosen gegen ihre Schädel zu drücken, wird ihnen klar, wie viel sie verpasst haben. Ein Problem, das sie buchstäblich in einer Nacht vor ihrem Abschluss beheben wollen.

Eine sehr weitverbreitete Art und Weise, Olivia Wildes Regiedebüt zu beschreiben, ist als "geschlechtsspezifische Version" von "Superbad", was im Grunde ein sehr großes Kompliment ist. Wie in der von Seth Rogen geschriebenen Kultkomödie aus dem Jahr 2007 geht es um zwei beste Freunde, die ihre Schuljahre als Außenseiter verbracht haben, sich aber am Ende des Schuljahres dazu entschließen, an der coolsten Abschlussfeier teilzunehmen. Und wie in "Superbad" verwandelt sich der Weg zur Party in einen fast pikaresken Kampf durch das Nachtleben in der Vorstadt. Beide Filme haben einen ausgeprägten Sinn für Humor und eine Sexszene, die von Erbrochenem, nun ja, unterbrochen wird.

Booksmart - Die Kritik

Als Regiedebütantin zeigt Wilde, die bisher vor allem als Dr. Remy "Dreizehn" Hadley in der US-Serie "Dr. House" bekannt war, beeindruckende Kontrolle, mit einem intuitiven Gespür dafür, wann man sich zurücklehnt und wann man einer Szene ein wenig stilistisches Flair verleiht. In einer animierten Stop-Motion-Sequenz halluzinieren Molly und Amy, dass sie zu genitallosen Barbiepuppen geworden sind - ein Albtraum für ein Paar sexpositiver Feministinnen.

Wenn Molly und Amy darüber sprechen, wie Amy ein Mädchen, in das sie sich verliebt hat, befriedigen könnte, rät Molly: "Tu einfach das, was du an dir selber machst, und dreh es um." Junge Frauen reden selten über Masturbieren in Filmen. In "Booksmart" dürfen diese beiden unerschrockenen Mädchen völlig ungezwungen darüber diskutieren.

Es gibt kleine Nebenrollen von Stars wie Jessica Williams, Lisa Kudrow und Jason Sudeikis, und sie sind alle großartig. Aber der Film braucht sie nicht wirklich. Die Teeniebesetzung (darunter Billie Lourd, Skyler Gisondo und Molly Gordon) ist durch die Bank weg charismatisch. Beanie Feldstein ("Lady Bird") und Kaitlyn Dever ("Unbelievable") sind außerordentlich talentierte Jungschauspielerinnen, und ihre Chemie ist hier von großer Bedeutung. Es gibt keine Molly ohne Amy. Es ist ein liebenswertes Debüt, das eine grundlegende Wahrheit versteht: Für viele Mädchen ist ihre erste, große Liebe eigentlich die beste Freundin.

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(APA/Red)

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