Bombe rivalisierender Muslime?

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Die Polizei ermittelt in Zusammenhang mit dem Bombenalarm vom Montag vor dem Lokal der Muslimischen Jugend Österreichs (MJÖ) vor allem in Richtung Rechtsextremismus, aber auch eine rivalisierende muslimische Gruppe hat sich verdächtig gemacht.

Für Irritationen sorgten in den vergangenen Tagen und Wochen islamische Gruppierungen, welche in Zusammenhang mit einer Veranstaltung die MJÖ kritisierten, vor deren Lokal in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ein verdächtiges Paket mit zwei Gaskartuschen gefunden worden war.

Stein des Anstoßes war die Zehn-Jahres-Feier der MJÖ, die am vergangenen Wochenende im Austria Center stattfand und bei der auch der Musiker Sami Yusuf auftrat. Die Islamische Jugend Österreichs (IJÖ) veröffentlichte im Vorfeld des Festes eine Stellungnahme auf der Homepage, warum Musik im Islam verboten sei.

„Bevor du zur MJÖ-Feier gehts, solltest du das lesen: Beweise für das Verbot von Musik im Islam“, heißt es auf der IJÖ-Homepage. Das eigentliche Dokument ist dann als Acrobat Reader-Datei herunterzuladen.

Die IJÖ wird im Innenministerium als eher radikal eingestuft. Bei einem Blick auf die Homepage erfährt man, dass die IJÖ „ein islamischer Verein von Jugendlichen der zweiten Generation, die sich von keiner offiziellen islamischen Glaubensgemeinschaft bzw. anderen Organisationen vertreten fühlen“, ist.

Zur Nationalratswahl hat die IJÖ laut ihrer Homepage folgende Meinung: „Die Muslime müssen wissen, dass keine europäische bzw. österreichische Partei auf ihrer Seite steht und ihre Anliegen vertritt. All diese Parteien bewegen sich nur im Rahmen ihrer Interessen, der einzige Unterschied dieser Parteien ist nur die Menge des Hasses den sie gegenüber dem Islam und den Muslimen zeigen. In diesen Wahlen haben die Muslime nichts verloren, und die Muslime müssen wachsam gegenüber dem sein, was gegen sie hinter verschlossenen Türen beschlossen wird. (…)

Es ist auch die Pflicht aller Muslimen zu wissen, das die Teilnahme an diesen Wahlen islamisch gesehen verboten ist, ganz gleich welche Partei man wählt. Es ist keinem Muslim erlaubt, egal aus welchem Grund, sich an diesen Wahlen zu beteiligen, denn diese Parlamente, in denen die Gesetze erlassen und abgestimmt werden, widersprechen ganz klar und deutlich den islamischen Gesetzen, und jeder der sich an diesen Wahlen beteiligt, ist ebenfalls an diesen Gesetzen beteiligt.“

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