Blue Man Group: "Wir lieben Wien, das ist so eine coole Stadt"

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Ab November gastiert die Blue Man Group in Wien. Wir trafen sie vorab und sprachen mit drei Schlüsselfiguren über die Farbe Blau, was sie inspiriert und über Wien.
Zu Besuch bei der Blue Man Group

Sie sind blau, sie reden nichts, sie sind lustig, trommeln viel und sie kommen nach Wien und werden dich umhauen! Wir haben die Show schon vorab in Zürich gesehen, und zeigen dir exklusive Backstage Photos in der Slideshow. Wichtig ist, dass es sich hier um die „Theatre Show“ handelt, und nicht um die „Concert Show“, die es vor einiger Zeit in Wien zu sehen gab. Es ist dies ein komplett anderes Konzept und viel interaktiver als die Concert Show. Es zahlt sich also auf jeden Fall aus hinzugehen.

Warum sind die Blue Men blau?
Puck: Du kommst gleich auf den Punkt. Diese Frage wird uns oft gestellt. Aber wenn man darüber nachdenkt, hätte es keine andere Farbe sein können. Das hat gar keinen mystischen Hintergrund. Blau hat im Gegensatz zu anderen Farben einfach keine bestimmte Konnotation. Rot kann aggressiv wirken, Grün kann für Neid stehen und manche Farben haben rassistische Konnotationen. Blau ist neutral und beruhigend. Geh nach Hause, stell dich vor den Spiegel und mal deinen Kopf mit unterschiedlichen Farben an. Du wirst sehen, Blau sieht am besten aus.

Ist es nicht langweilig, immer die gleiche Farbe zu tragen?
Scott: Nein. Mir macht genau der Teil viel Spaß – in der Maske zu sitzen und mich während dem Schminken auf meine Rolle vorzubereiten. Sobald du nicht mehr vor dem Spiegel stehst, vergisst du auch dass du blau angemalt bist.

Was wäre, wenn sich plötzlich einer grün anmalen würde?
Puck: Dann müssten wir die Show umbenennen und die Leute wären wirklich verwirrt.

Wer hatte die Idee für die Blue Man Group?
Puck: Chris Wink hatte die Idee für die glatzköpfige, blaue Erscheinung. Aber ganz am Anfang haben die drei noch gesprochen. Da sie aber keine wirklich interessanten Personen waren, haben sie irgendwann einfach die Klappe gehalten und die Leute haben das viel lustiger gefunden. Die Idee kam aus dem Bedürfnis, etwas Anderes zu schaffen.

Was ist dein Job als Creative Director?
Puck: Ich kontrolliere die Entwicklung des neuen Materials für die Show und organisiere die Details. Das schwierigste daran ist, etwas zu schaffen was noch nicht da war. Wir haben Gott sei Dank viele Musiker unter uns, die ihre Inspiration aus allem möglichen ziehen. Wenn wir TV-Auftritte haben, koordiniere ich auch die Special Appearances.

Was inspiriert euch?
Puck: Eigentlich alles. Die Marx Brothers, Punk Rock, da gibt’s vieles.

Seit wann bist du bei der BMG?
Puck: Ich hab 1993 angefangen. Da war ich zwei. Jetzt bin ich 19.

Habt ihr ein neues Projekt am Start?
Puck: Ja, wir machen im Juni eine Show auf einem Kreuzfahrtschiff, der „Epic“. Die haben uns ein schönes Theater auf diesem gigantischen Schiff gebaut, das wird toll.

Habt ihr regelmäßige Meetings, wo alle Blue Men zusammenkommen und Erfahrungen austauschen?
Scott: Nein, das geht sich zeitlich leider nie aus. Man kommt aber mit vielen Musikern und Blue Men zusammen, aber das kommt eher zufällig und langsam.

Bleiben Blue Men für gewöhnlich längere Zeit gemeinsam in einer Gruppe?
Scott: Ja, manche sind schon 12 Jahre zusammen. Bei mir sind es fünfeinhalb Jahre. Es ist schwer, wieder damit aufzuhören, weil du ständig in Kontakt mit so tollen, inspirierenden Leuten zusammen bist und das wird fast zur Familie mit der Zeit.

Wart ihr schon mal in Wien?
Scott: Ja, mit der Megastar-Tour waren wir, glaub ich, in Wien und in Graz. Es war fantastisch, ich liebe Wien, das ist so eine coole Stadt. Ich liebe die Energie, die Architektur, die Kunst und die Leute. Das Wetter war auch gut. Und in Graz waren überall Berge, das ist eine der Szenerien, die für immer in mein Hirn gebrannt ist.

Habt ihr besondere Pläne für Österreich? Werdet ihr einen Walzer spielen?

Puck: Das klingt nach eine großartigen Idee. Siehst du, so schnell entstehen neue Ideen.

Gibt es auch Blue Women?
Puck: Ja, wir hatten eine in Boston. Der Grund, warum wir nicht mehr haben, ist dass die drei Original-Blue Men sehr groß waren und sie sollen auch alle gleich groß sein. Es ist schwierig, sehr große Frauen zu finden, die Drums spielen können. Da gibt’s einfach nicht so viele. Wenn ihr welche kennt, schickt sie vorbei.

Habt ihr irgendwelche Pläne für die nähere Zukunft?
Puck: Ich fände es sehr spannend, wenn die Blue Man Group eine Talkshow hosten würde. Wie würden die Leute auf eine Talkshow reagieren, in der nur geschwiegen wird? Denkt mal darüber nach, ich würd mir das ansehen. Vielleicht nur einmal, wenn es schlecht ist nie wieder. Und wir machen einen Imax-Film, der Ende des Jahres produziert wird.

Wie wärs mit „Blau trifft Gelb“ – ein Auftritt bei den Simpsons?
Puck: Das war der Moment, in dem ich begriffen habe, dass wir erfolgreich sind – wir waren nämlich schon 4-5 Mal bei den Simpsons. Die machen sich viel über uns lustig, das heißt wir machen was richtig.

Wieviel ist übrig von der Originalshow?
Scott: Ich denke sehr viel. Die Ideologie ist auch noch immer die gleiche, auch wenn wir ein paar neue Dinge hinzugefügt haben. Die Art, wie die Show auf die Charaktere aufbaut, ist immer noch wie früher. Aber es ist natürlich viel Multimedia dazugekommen, das gabs alles in den 90ern noch nicht.
Nils: Es ist einfach wichtig, dass die Charaktere die gleichen bleiben. Aber die Kultur, in der wir leben, hat sich verändert. Man muss einfach neue Technologien miteinbeziehen.
Puck: Die Originalshow würde heutzutage keinen Sinn mehr machen. Die ersten Shows bezogen sich hautpsächlich auf die Kunstszene in Amerika, die ziemlich tot ist. Wir wollen kein Ablaufdatum überschreiten.

Stimmt es, dass es einen Blue Man aus Wien gibt?

Nils: Ja, ich glaube der ist aus Wiener Neustadt.

Einer eurer Songs trägt den Titel „Kleinmandelbrot“- warum?

Puck: Der Künstler Yves Klein war so eine große Inspiration für uns. Er hat nicht einfach nur Bilder gemalt, sondern richtige Happenings veranstaltet, Leute angemalt usw. Und er hat die blaue Farbe erfunden, die die Blue Men tragen. Mandelbrot ist auch ein Künstler, der uns inspiriert hat.

Was habt ihr vor der BMG gemacht?
Scott: Kommt drauf an, da gibt’s viele mit Theater- oder Musikhintergrund. Ich war ausgebildeter Musiker und Jazzdrummer. Ich habe mit einer anderen Gruppe getourt und wollte mal mit einem anderen Ensemble spielen und als sie nach Toronto gekommen sind, hab ich die Chance genutzt und seitdem bin ich daheim.

Wieviel würde es kosten, die Blue Men Group für meine Geburtstagsparty zu buchen?
Puck: In Wien? Es würde mehrere 100.000 Dollar kosten. (lacht) Keine Ahnung, sowas haben wir noch nie gemacht. Wir waren nur einmal bei einer Bar Mitzhwa, Sheldon Adelson hat uns da gebucht, der Besitzer des Venetian Casino in Las Vegas. Das Problem ist, dass wir 20 Leute brauchen, damit alles funktioniert und wir das ganze Equipment mitnehmen können. Und das ist wirklich teuer.

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