BLACKkKLANSMAN - Kritik und Trailer zum Film

Spike Lee, der große Kämpfer für die Sache der afroamerikanischen Bevölkerung, hat mit seinem neuen Film "BLACKkKLANSMAN" einen ebenso absurden wie realen Fall der US-Polizeigeschichte als Vorlage für ein genreübergreifendes Werk genommen, das Blaxploitation, das schwarze Subkulturkino, mit Buddy-Cop-Movies der 70er und einem engagierten Politkino verbindet.

Lee ergreift auch in “BLACKkKLANSMAN” eindeutig Partei, das aber so zwingend, so offen und so humorvoll, dass der Zuschauer sich dem Strom nicht entziehen kann. Subtil arbeitet der 61-jährige Lee nicht, stellt er seinem Film doch einen Prolog von Alec Baldwin als ebenso hasserfüllter wie lächerlicher Rassistenprediger im Gewand der 1950er voran – also eben von jenem Hollywoodstar, der mittlerweile legendär für seine Donald-Trump-Imitation ist. Als Epilog setzt Lee Nachrichtenausschnitte von der rechtsextremen Demonstration in Charlottesville 2017, die zu massiven Ausschreitungen führte. Am Ende steht eine US-Flagge am Kopf und färbt sich sukzessive Schwarz-Weiß.

BLACKkKLANSMAN: Kurzinhalt zum Film

Dazwischen liegen allerdings zwei Stunden des Spike Lee eigenen Genremixes. Blaxploitation, das schwarze Subkulturkino, kommt hier ebenso zu Ehren wie die Buddy-Cop-Movies der 70er oder allgemein der Stil der Zeit mit Splitscreens und wiederholten Schnitten aus verschiedener Perspektive. In dieser Stilistik zeichnet Lee eine absurd erscheinende Geschichte, die aber doch vage auf realen Vorbilder beruht, konkret den Memoiren von Ron Stallworth.

Der erste schwarze Polizist in Colorado, mit in sich ruhender Coolness gespielt von Denzel Washingtons Sohn John David Washington, infiltrierte 1979 mit seinem jüdischen Partner Flip Zimmermann (Adam Driver) den örtlichen Ku-Klux-Klan. Das ungleiche Duo, das in seiner lakonischen Buddykonstellation einen eigenen Flair entfaltet, verhinderte damit von den Rassisten geplante Anschläge.

BLACKkKLANSMAN: Die Kritik

Diese scheinbar absurde Geschichte funktioniert als klassische Kriminalgeschichte gespickt mit Humor. Zugleich zieht der Regisseur und Co-Autor Lee immer wieder Parallelen und fortlaufende Stränge der damaligen zur heutigen Zeit, vermeidet so ein Abgleiten in die reine Nostalgie, sondern macht die Traditionslinien evident. So lässt er die Ku-Klux-Klan-Proponenten von der “Greatness of America” schwärmen, die Devise “America First” ausrufen oder von einer neuen (Boston) Tea Party träumen.

Zugleich belässt es Lee nicht bei kleinen Anspielungen, sondern flechtet immer wieder auch didaktische Sequenzen in seine Arbeit ein, wenn er etwa den Black-Panther-Führer Stokely Carmichael (Kwame Ture) eine längere Rede halten oder einen von Harry Belafonte dargestellten Bürgerrechtler D.W. Griffiths ebenso epochales wie rassistisches Werk “Birth of a Nation” aus 1915 auseinandernehmen lässt. Und doch funktionieren diese scheinbar disparaten Fragmente im Zusammenspiel, schaffen in ihrer Vielgestaltigkeit eine eigene Balance, die Ernsthaftigkeit mit Können verbindet.

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(APA/Red)

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