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Black Widow - Kritik und Trailer zum Film

Scarlett Johansson hat seit "Iron Man 2" die "Black Widow"-Figur aus dem Marvel-Universum viele Male verkörpert. Nun tritt die Schauspielerin erstmals in einem Solo-Film um die kämpferische Agentin auf. "Black Widow" erzählt die Vorgeschichte der als Schwarze Witwe bekannten Spionin Natasha Romanoff, eine der wenigen Frauen in der "Avengers"-Truppe. Die rothaarige Romanoff kämpft diesmal an der Seite der Agentin Yelena Belova, gespielt von Florence Pugh ("Little Women"). Rachel Weisz ("The Favourite - Intrigen und Irrsinn") und David Harbour ("Stranger Things") spielen ebenfalls mit.

Einen Soloauftritt als "Black Widow" hat sich Scarlett Johansson redlich verdient. In der Rolle der Spionin Natasha Romanoff begab sich der Hollywoodstar erstmals 2010 in "Iron Man 2" in Gefahr. Weitere sieben Mal kämpfte sie in Marvels's "Avengers"-Riege gegen Bösewichte, an der Seite männlicher Superhelden wie Iron Man oder dem Hulk. Nach so vielen Einsätzen kommt am Donnerstag nun mit "Black Widow" der eigenständige Film als verdiente Belohnung ins Kino.

Black Widow - Kurzinhalt zum Film

Hulk & Co. haben diesmal nichts zu sagen. Frauenpower auch hinter der Kamera: Die Australierin Cate Shortland setzte sich gegen die männliche Konkurrenz durch. Die Independentregisseurin drehte zuvor den beklemmenden Thriller "Berlin Syndrom" und das Drama "Lore" über ein Mädchen im Nachkriegsdeutschland.

Nun erzählt sie die Vorgeschichte der mysteriösen, russischen ehemaligen KGB-Agentin im schwarzen "Black Widow"-Kostüm. Wie sah ihre Kindheit aus? Wer bildete sie zu der knallharten Nahkämpferin aus? Warum wurde sie abtrünnig und lief zu den Avengers über? Ohne zu spoilern sei nur so viel gesagt: als junges Mädchen färbte sie ihren roten Haare schon mal blau, trainiert wurde sie in einem streng geheimen "Black Widow"-Programm. Sie wolle nicht mehr vor ihrer Vergangenheit fliehen. "Wir müssen dahin, wo alles angefangen hat", so beschreibt Romanoff nun ihre Mission, einem Bösewicht namens Dreykov das Handwerk zu legen.

Diese Aufgabe führt im Film durch Jahrzehnte und quer durch die Welt, von den USA über Norwegen nach Budapest, von einem Familientreffen auf einer Farm in einen sowjetischen Gulag. Ohne den Rückhalt ihrer "Avengers"-Familie sei die Agentin nicht so ganz in Form, räumte Johansson vor dem Kinostart in einem virtuellen Pressegespräch ein. "Sie ist voller Selbstzweifel", sagt der Hollywoodstar mit einem Augenzwinkern.

Keine Sorge: Natürlich schlägt die Agentin wieder mit aller Wucht zu, auch wenn sie ihre eigene Vergangenheit nun mehr infrage stellt. Das alte Trauma sollte ja nicht zu schwer auf der Heldin lasten, stellte Shortland in der Journalistenrunde klar. Der Thriller sollte "wirklich Spaß machen und richtig aufregend sein, wie eine Achterbahnfahrt", erzählte die Regisseurin.

Black Widow - Die Kritik

Das ist der Australierin mit viel Humor und einer perfekt gewählten neuen Mitspielerin bestens gelungen. Die britische Neuentdeckung Florence Pugh ("Midsommar") stiehlt Johansson fast die Show. In ihrem ersten Marvel-Abenteuer spielt sie gänzlich routiniert die Rolle der Agentin Yelena Belova. Gleich zu Drehbeginn in Budapest langte Pugh kräftig zu. "Buchstäblich an meinem ersten Tag musste ich Scarlett gegen eine Wand werfen, während sie mein Gesicht in ein Becken schmetterte. Es gibt nichts besseres, um das Eis zu brechen, als Scarlett Johansson niederzuringen", witzelte die Britin vor der Presse.

Die beiden Agentinnen, mit einer gemeinsamen Vergangenheit, liefern sich einen kräftigen Schlagabtausch, mal mit Fäusten, doch meist mit flotten Dialogen. Ihre Figur sei durch die neue Kämpferin regelrecht verunsichert worden, verriet Johansson. Yelena macht sich im Film etwa über Romanoffs typische Kampfposition, bei der sie ihre Haare sexy nach hinten wirft, lustig. Zehn Jahre habe sie an dieser ikonischen Pose gearbeitet, nun mache die Neue das in Sekunden zunichte, flachste Johansson zurück.

Auch David Harbour ("Stranger Things") hat eine schräge Superheldenrolle in "Black Widow" - als Alexei Shostakov alias Red Guardian. Der in Ungnade gefallene und jetzt übergewichtige sowjetische Expilot passt kaum noch in sein rotes Kampfoutfit. "Du bist fett geworden", stellt Melina (Rachel Weisz) in einer Szene trocken fest. Die supersmarte Agentin teilt gerne aus. "Sitz gerade", raunzt sie Natasha Romanoff an, als alle vier Hauptakteure gemeinsam an einem Tisch sitzen. Willkommen bei einer von vielen, überraschenden "Black Widow"-Wendungen.

Starke Frauen sind im Marvel Cinematic Universe immer noch die Ausnahme. Den Anfang machte "Captain Marvel" (2019), der allererste Marvel-Film mit einer weiblichen Titelheldin, gespielt von Brie Larson. An den weltweiten Kinokassen räumte er über 1,1 Milliarden US-Dollar ab.

Auch "Black Widow", mit raffinierter weiblicher Handschrift, toller Besetzung und spektakulärer Action, dürfte nun viele Fans anlocken, zumal er ab Freitag auch mittels kostenpflichtigem VIP-Zugang auf der Streamingplattform Disney+ verfügbar ist. Eigentlich sollte der Soloauftritt der Schwarzen Witwe schon im vorigen Jahr in die Kinos kommen, doch die Coronapandemie zwang zum Aufschub.

Für "Black Widow 2" stehen die Chancen allerdings schlecht. Kurz vor dem US-Kinostart sagte Johansson in einem TV-Interview, dass dies ein "bittersüßer" Abschied von ihrer Agentinnenrolle sei. Sie sei sehr stolz auf diesen Film, aber sie wolle auf dem Höhepunkt den Schlussstrich ziehen. Mit Florence Pugh als Spionin Yelena Belova steht zumindest eine würdige Nachfolgerin in den Startlöchern.

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(APA/Red)

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