Biontech: Zehn Millionen Dosen werden früher geliefert

Anschober: 200.000 Dosen zusätzlich davon für Österreich.
Anschober: 200.000 Dosen zusätzlich davon für Österreich. ©APA/AFP/THOMAS KIENZLE
Die Europäische Union kann vom Hersteller Biontech/Pfizer kurzfristig im zweiten Quartal weitere zehn Millionen Dosen Corona-Impfstoff bekommen.

Das teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit. 200.000 dieser Dosen entfallen auf Österreich, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) Dienstagmittag bei einem Online-Pressegespräch zur Impfkampagne in Wien.

200 Millionen Dosen von Biontech von April bis Juni

Damit seien allein von diesem Hersteller für die Zeit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen für die 27 EU-Staaten zu erwarten: "Ich weiß, wie wichtig das zweite Quartal für die Impfstrategien der Mitgliedstaaten ist", erklärte von der Leyen. "Diese vorgezogenen zehn Millionen Dosen werden die Gesamtzahl der Dosen von Biontech/Pfizer auf mehr als 200 Millionen bringen. Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedsstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen", sagte sie.

Biontech-Dosen könnten EU-Ungleichgewicht ausgleichen

Die EU-Kommission und der Impfstoffhersteller Biontech-Pfizer haben sich auf eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Dosen für das zweite Quartal 2021 geeinigt, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag sagte. Sie würden ausreichen, um die von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kritisierte temporäre Abweichung vom Bevölkerungsschlüssel auszugleichen, teilte die Vertretung der EU-Kommission in Österreich am Dienstag mit.

Wie diese zehn Millionen Dosen verteilt werden, müsse allerdings von den EU-Mitgliedstaaten im Konsens entschieden werden. 200.000 dieser Dosen entfallen auf Österreich, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) Dienstagmittag bei einem Online-Pressegespräch zur Impfkampagne in Wien.

Österreich und andere EU-Staaten hatten beklagt, dass die nun tatsächlich verfügbaren Corona-Impfstoffe nicht nach Bevölkerungszahl, sondern ungleich unter den EU-Staaten verteilt werden. Das liegt nach Darstellung der EU-Kommission daran, dass voriges Jahr nicht alle EU-Staaten alle ihnen angebotenen Impfstoffe gekauft haben. Wer zum Beispiel vor allem auf Astrazeneca setzte, ist nun von Lieferproblemen des britisch-schwedischen Herstellers besonders betroffen. Die zusätzlichen zehn Millionen Dosen von Biontech/Pfizer könnten helfen, den Konflikt zu entschärfen.

Die Verträge der EU mit Biontech/Pfizer

Die EU-Kommission hatte zwei Verträge mit Biontech/Pfizer abgeschlossen: einen über bis zu 300 Millionen Dosen im vergangenen Jahr; und einen weiteren über 200 Millionen Dosen mit der Option auf noch einmal 100 Millionen Anfang dieses Jahres. Diese Option auf 100 Millionen solle nun gezogen werden, hieß es aus der EU-Kommission. Das Unternehmen habe sich bereit erklärt, daraus zehn Millionen Dosen vorzuziehen, die sonst erst im dritten oder vierten Quartal bereit gestanden hätten.

Die EU-Staaten müssen nun noch zustimmen, dass die Option gezogen wird. Auch über die Verteilung der zusätzlichen Menge müssen sie sich einigen.

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(APA/Red)

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