"Bierkrieg" zu Ende: Ottakringer feiert mit Freibier

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"Heute ist ein Ottakringer Feiertag". Der Konzernchef der börsenotierten Ottakringer-Brauerei, Sigi Menz, spielte am Dienstag Vormittag die rot-weiß-rote Karte. Für den späten Nachmittag lud er zu Freibier.
Hintergrund: Heineken gibt Ottakringer-Paket ab

“Wer sich mit uns freut, ist für heute von 16 bis 19 Uhr herzlich in unsere Shops in Wien und St.Pölten eingeladen.” Ab 18 Uhr will Menz selber in Wien den Zapfhahn bedienen.

Mit Menz’ Formulierungen findet der “Bierkrieg” mit dem Erzrivalen Brau-Union nach mehr als elf Jahren einen formvollendeten Abschluss. Ottakringer sei nun ganz in österreichischer Hand, hob der Wiener Braukonzern-Vorstand in einer Medienmitteilung hervor.

Die Ottakringer-Eigentümerfamilien hätten es geschafft: sie kaufen dem holländischen Bier-Riesen Heineken (Brau-Union) jene 13,43 Prozent Ottakringer-Aktien ab, die einst an Brau Union “verloren gingen”, so Menz.

“Heute ist ein Ottakringer Feiertag”, befand der Ottakringer-Chef, der für die Eigentümerfamilien den Deal abgewickelt hat.

Gekauft haben die Brauereifamilien das Aktienpaket über die “Ottakringer Holding AG”, die im Besitz der Familien Wenckheim (65 Prozent), Menz (15 Prozent), Pfusterschmid und Trauttenberg steht. Insgesamt wechselten mit Stichtag 17. September (übermorgen) 172.454 Stammaktien und 4.370 Vorzugsaktien “von Holland nach Österreich.”

Menz führte nach eigenen Angaben nach der Übernahme der BBAG/Brau Union AG durch Heineken im Jahr 2003 immer wieder Gespräche über einen Verkauf des Heineken-Anteils. Heineken habe stets betont, generell nur dann Beteiligungen zu halten, wenn auch Einfluss auf die Geschäftsgebarung bestehe. “So kam es letztlich zum Deal”, erläuterte Menz in der Aussendung. Auch er verwies auf ein Schweigegelübde zum Kaufpreis.

Insgesamt stünden nun jedenfalls rund 92 Prozent der Ottakringer-Aktien im Besitz der österreichischen Familien. Der Rest sei im Streubesitz an der Börse.

Die neue Konzernstruktur (Fusion Vöslauer Wasser/Ottakringer Bier) steht in Ottakring für 21. September in einer Sonder-Hauptversammlung zum Beschluss an. Menz sprach von einem “historischen Bier-Deal”. Die neue Ottakringer-Börsefirma wird rund 200 Mio. Umsatzmillionen schwer sein.

Dass er den auf weniger als 10 Prozent schrumpfenden Streubesitz abspalten will, dementierte Menz heute abermals: “Wir wollen mittels Börse weiter wachsen”, bekräftigte. Und er will sich für Zukäufe aufmachen: “Sobald wir ein passendes Unternehmen gefunden haben, werden wir es mit frischem Geld kaufen.” Das sei dann die Zeit, in der Ottakringer eine “Volksaktie werden wird”, so der Familienaktionär und Ottakringer-Vorstandschef.

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