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Bestzeit für Schumacher in Monaco, aber Webber auf Pole

43-jähriger "Altmeister" überraschend Schnellster
43-jähriger "Altmeister" überraschend Schnellster ©AP
Michael Schumacher hat im Qualifying für den Formel-1-Grand-Prix von Monaco mit Bestzeit überrascht, aus der Pole-Position startet am Sonntag (14.00 Uhr) aber der Australier Mark Webber im Red Bull.
Bilder vom Qualifying in Monaco
"Kleinholz" im Monaco-Training

Der deutsche Rekord-Weltmeister muss nämlich in der Startaufstellung fünf Plätze zurück, damit steht dessen Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg neben Webber in Reihe eins. Weltmeister Sebastian Vettel fährt im zweiten Red Bull nur aus der fünften Reihe los.

Vettel: “Das Auto hüpft herum wie ein Hase”

Der Vorjahressieger war dementsprechend sauer, denn die Performance seines zunächst durchaus konkurrenzfähigen RB8 veränderte sich nach starkem Freien Training im Qualifying negativ. “Das Auto hüpft herum wie ein Hase”, funkte der 24-jährige WM-Leader einmal an die Box. Am Ende verzichtete man sogar darauf, den Deutschen auf Pole-Jagd zu schicken.Platz zehn im Qualifying bedeutet voraussichtlich Startplatz neun für Vettel, weil Barcelona-Sieger Pastor Maldonado gleich zehn Plätze zurück muss. “Hoffnung gibt’s immer. Aber natürlich stinkt mir das jetzt, denn wir hatten eigentlich gedacht, dass es passt”, kommentierte Vettel den Rückschritt.

Die Chancen, dass das austro-englische Red-Bull-Team trotzdem zum dritten Mal in Folge den prestigeträchtigsten Grand Prix des Jahres gewinnt, sind trotzdem gegeben. Webber “erbte” die beste Startposition, weil Schumacher zuletzt in Spanien ins Heck von Bruno Senna gecrasht war und dafür in Monaco bestraft wird.

“Darüber ärgert er sich jetzt sicher doppelt”, war Weltmeister Niki Lauda überzeugt, zog aber auch die Kappe vor Schumacher. “Ein deutlicheres Lebenszeichen als Bestzeit in Monaco kann man nicht geben”, lobte der dreifache Champion aus Österreich.

“Bei Vettel Verändung ins Negative”

Bei Red Bull war man nach der Webber-Pole natürlich happy. “Wir wussten schon am Vormittag, dass wir hier ein wettbewerbsfähiges Auto haben. Leider ist bei Vettel die Veränderung ins Negative gegangen. Ich sehe trotzdem Chancen auf ein Podium für beide Autos”, gab sich Motorsport-Konsulent Helmut Marko vor der 70. Auflage des Monaco-GP zuversichtlich.

Der Grazer gab auch zu: “Man hat wieder einmal gesehen, dass man derzeit an einem relativ optimalen Auto nicht mehr allzu viel verstellen sollte. Das kann leicht nach hinten losgehen. Klar, dass das Sebastian nicht gefällt.”

Die beiden RB8 werden daher im Rennen mit unterschiedlichen Strategien los geschickt. “Wenn der Reifenverschleiß ähnlich ist wie vorher, kann dieser Poker aufgehen”, hofft Marko. Die Sieghoffnung heißt natürlich Webber, der hier 2010 für den ersten Red-Bull-Sieg gesorgt hatte.

“Es war eine fantastische Runde von ihm”, lobte Marko. “Pole ist hier schon mehr als die halbe Miete. Wenn du vorne keine Fehler machst, bist du fast nicht zu überholen.”

Lauda: “Ich hoffe es gewinnt einer, den man kennt”

Webber würde auch halbwegs in das “Siegerprofil” passen, das sich Lauda vom Sonntags-Triumphator erwartet. “Ich hoffe es gewinnt einer, den man kennt”, wiederholte der Österreicher seine Kritik an der Situation, dass es in bisher fünf Rennen fünf verschiedene Sieger gegeben hat.

“Das Theater mit Fahrern, deren Namen man gleich wieder vergisst oder sich erst gar nicht merkt, sollte ein Ende haben”, meinte Lauda. “Es muss einer gewinnen, den wir alle kennen”, forderte der 63-Jährige erneut.

Maldonado crasht im Training – Perez “küsste” Leitplanke

Zumindest zwei dieser “unerwünschten” Lauda-Kandidaten nahmen sich am Samstag selbst aus dem Spiel. Der neuntplatzierte Barcelona-Sensationssieger Pastor Maldonado fuhr am Vormittag mit seinem Williams dem Sauber des Mexikaners Sergio Perez ins Heck und muss deshalb am Sonntag um gleich zehn Plätze weiter hinten starten. Perez selbst “küsste” gleich im ersten Quali-Abschnitt die Leitplanken, fiel aus und startet als Letzter.

Heißester Geheimfavorit ist damit weiter Romain Grosjean. Der in Genf lebende Franzose geht mit seinem Lotus als Vierter aus Reihe zwei ins Rennen. Der 26-Jährige zeigte sich bisher in Monaco deutlich stärker als sein berühmter Teamkollege Kimi Räikkönen. Überraschend früh schied als 13. Ex-Weltmeister Jenson Button im McLaren aus.

Qualifying-Ergebnisse Monaco:

Endstand des Qualifyings für den Formel-1-Grand-Prix von Monaco (Sonntag, Start: 14.00 Uhr):
1. Michael Schumacher (GER) Mercedes 1:14,301 Min.*
2. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:14,381
3. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:14,448
4. Lewis Hamilton (GBR) McLaren 1:14,583
5. Romain Grosjean (FRA) Lotus 1:14,639
6. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:14,948
7. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:15,049
8. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus 1:15,199
9. Pastor Maldonado (VEN) Williams 1:15,245**
10. Sebastian Vettel (GER) Red Bull, ohne Zeit im Q3
11. Nico Hülkenberg (GER) Force India 1:15,421
12. Kamui Kobayashi (JPN) Sauber 1:15,508
13. Jenson Button (GBR) McLaren 1:15,536
14. Bruno Senna (BRA) Williams 1:15,709
15. Paul di Resta (GBR) Force India 1:15,718
16. Daniel Ricciardo (AUS) Toro Rosso 1:15,878
17. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 1:16,885 (im Q2)
18. Heikki Kovalainen (FIN) Caterham 1:16,538
19. Witali Petrow (RUS) Caterham 1:17,404
20. Timo Glock (GER) Marussia 1:17,947
21. Pedro de la Rosa (ESP) HRT 1:18,096
22. Charles Pic (FRA) Marussia 1:18,476
23. Narain Karthikeyan (IND) HRT 1:19,310
24. Sergio Perez (MEX) Sauber, nach Unfall ohne Zeit im Q1

* = Schumacher wird in der Startaufstellung fünf Plätze rückversetzt
** = Maldonado wird in der Startaufstellung zehn Plätze rückversetzt

(APA)

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