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Bestärktes "Oaschloch"

©APA/HELMUT FOHRINGER
Gastkommentar von Johannes Huber. Nicht nur, dass seine Tat gezeigt und sein Name erwähnt wird: Der Innenminister bestätigt, dass es potenzielle Terroristen zu einfach haben in Österreich.

Für islamistische Terroristen soll ein Anschlag ja eine ganz große Geschichte auch in dem Sinne sein, dass sie im Diesseits wenigstens kurz berühmt werden und dass ihnen im Jenseits alle Ehren zuteil werden. Insofern hat man dem „Oaschloch“ von Wien und allen, die es ihm nachmachen wollen, einen Gefallen getan. Was heißt einen? Es sind furchtbar viele.

Angefangen hat es schon am Montagabend mit den Boulevardmedien, die den Anschlag mehr oder weniger „live“ übertragen haben. Sie haben damit die Arbeit der Polizei gefährdet und sich pietätlos gegenüber Opfern verhalten. Und sie haben dem „Oaschloch“ eine Bühne geschenkt, die es sich wohl kaum erträumt haben wird.

Das wird hoffentlich noch ein Nachspiel haben. Diese Medien haben so viel Schuld auf sich geladen, dass ihnen vor dem Presserat Gerechtigkeit zuteil werden möge; hunderte Beschwerden sind zum Glück schon anhängig. Stadt Wien und Bundesregierung sollten im Übrigen aufhören, diesen Journalismus durch Inserate zu fördern, die aus unserem Steuergeld finanziert werden. Nur so lernen die Herausgeber, dass sie zu weit gegangen sind.

Weniger schlimm, aber nicht harmlos ist, dass das „Oaschloch“ da und dort namentlich erwähnt wird. Für den Fall, dass sich ein solcher Akt wiederholen sollte, möge man das unterlassen. Ex-Werber Harry Bergmann erinnert in einer aktuellen „Falter“-Kolumne an die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern; nach einem Anschlag meinte sie demnach, man gebe dem Attentäter gar nichts, nicht einmal seinen Namen. Auf gut Wienerisch geht man sogar einen Schritt weiter und nennt ihn „Oaschloch“. Potenziellen Nachahmern ist das ein starkes Signal; sie dürfen sich nicht das Geringste erwarten.

Doch zurück zum Terror vom vergangenen Montag: Schlimm ist, dass sich die Bunderegierung alle erdenkliche Blöße gibt. Im Zentrum steht Innenminister Karl Nehammer (ÖVP): Indem er zunächst mit dem Finger darauf gedeutet hat, hat er all die Geschichten über die österreichische Justiz verstärkt, die besagen, dass man sie ziemlich einfach täuschen kann.

Zudem hat Nehammer Berichte provoziert, die zeigen, dass vor allem auch in seinem Verantwortungsbereich einiges schief läuft. Warnungen ausländischer Geheimdienste werden nicht (immer) ernst genommen. Konsequenz: Die Slowakei, die im Juli nach Wien gekabelt hat, dass das schon damals amtsbekannte „Oaschloch“ Munition kaufen wollte, wird es sich ab sofort zweimal überlegen, ob es überhaupt etwas bringt, Österreich über irgendetwas in Kenntnis zu setzen. Außerdem: Gleichgesinnten des „Oaschlochs“ zeigt es, dass sie sich einiges leisten können; nicht einmal offensichtliche Tatvorbereitungen müssen ihnen zum Verhängnis werden.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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