Überragendes Spanien besiegt Russen 3:0

Das Finale der 13. Fußball-Europameisterschaft heißt Deutschland gegen Spanien. Bilder  Spielfilm | Meinungen nach dem Spiel

Die Iberer setzten sich am Donnerstagabend im mit 51.428 Zuschauern ausverkauften Ernst Happel Stadion in Wien dank Treffern von Xavi Hernandez (50.), “Joker” Daniel Güiza (73.) und David Silva (82.) hochverdient 3:0 (0:0) gegen Russland durch.

Das Team von Luis Aragones will nun am Sonntag im Endspiel im selben Stadion die 44-jährige Durststrecke beenden und den lang ersehnten zweiten (EM-)Titel nach 1964 erobern.

Spanien, bereits am 10. Juni im EM-Auftaktmatch der Gruppe D klarer 4:1-Sieger gegen die Russen, untermauerte mit dem Sieg seinen Ruf als Angstgegner der “Sbornaja”, die seit dem 30. Mai 1971 in Moskau (2:1) – damals noch als Sowjetunion – nicht mehr gegen die Südeuropäer gewonnen hat. Außerdem setzte das Aragones-Team auch seine beeindruckende Erfolgsserie fort und ist nun schon 21 Spiele en suite ohne Niederlage. Zuletzt haben die Spanier am 15. November 2006 in Cadiz ein Freundschaftsspiel gegen Rumänien 0:1 (0:0) verloren.

Russland war nach den tollen Spielen gegen Schweden (2:0) sowie Topfavorit Niederlande (3:1 n.V.) nicht wiederzuerkennen, agierte vor allem nach der Pause wie ein Schatten seiner selbst. Zwar unterliefen dem bisherigen Überraschungsteam der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz im Gegensatz zum ersten Duell mit den Spaniern keine “dummen Fehler, wie sie eine Schülermannschaft” macht (O-Ton Hiddink), es hatte aber dafür viel zu passiv agiert.

Deshalb setzte sich am Ende die teuerste Mannschaft gegen die jüngste des Turniers aufgrund ihrer Weltklasse und Erfahrung souverän durch. Trotzdem dürfen die Russen zuversichtlich in Richtung WM 2010 in Südafrika blicken, denn da soll die Mannschaft des niederländischen Erfolgstrainers Guus Hiddink ihren Zenit erreichen.

Während Aragones im strömenden Regen mit der gewohnten Standard-Elf begann, musste Russland aufgrund der Sperre von Innenverteidiger Denis Kolodin eine Änderung im Vergleich zum Viertelfinale vornehmen. Überraschenderweise entschied sich Hiddink für Wassilij Beresuzki von ZSKA Moskau als Ersatzmann.

Im Gegensatz zum Gruppenspiel vor 16 Tagen übernahmen diesmal die Spanier von Beginn weg die Initiative und hätten gegen die ungewohnt tief stehenden Russen bereits in Minute sechs in Führung gehen können: Nach einem Idealpass von Villa auf Torres scheiterte der Liverpool-Torjäger aber an “Sbornaja”-Schlussmann Akinfejew, der sich mit einer Beinabwehr auszeichnete. Wenig später war der 22-Jährige bei einem Villa-Distanzschuss erneut auf dem Posten (11.).

In Minute 15 hätte der belgische Schiedsrichter Frank De Bleeckere eigentlich auf Elfer für Spanien entscheiden müssen, nachdem Ignaschewitsch den allein aufs Tor laufenden Torres im Strafraum “geschickt” niedergerissen hatte, stattdessen entschied der Referee auf Freistoß für Russland. Im Gegenzug wurde erstmals das Hiddink-Team gefährlich, als ein 28-m-Freistoß von Pawljutschenko knapp über die Latte donnerte, Spaniens Tormann Iker Casillas wäre aber ohnehin zur Stelle gewesen (16.).

Danach plätscherte das Spiel eine Viertelstunde dem “Sauwetter” entsprechend dahin, ehe erneut Pawljutschenko mit einem Schlenzer aus 19 Metern in Aktion trat, Casillas verhinderte mit seiner linken “Vierfinger-Hand” den drohenden Rückstand (31.). Für David Villa, im ersten Duell mit den Russen mit drei Toren der überragende Mann, war das Match bereits nach 33 Minuten vorbei, für den angeschlagenen Valencia-Stürmer kam Arsenal-Jungstar Cesc Fabregas (34.). Und unmittelbar nach diesem Tausch hätte Pawljutschenko das 1:0 besorgen müssen, doch sein Schuss knapp vor dem Fünfer ging an der Stange vorbei (35.).

Kurz nach dem Wechsel sollten sich diese vergebenen Chancen rächen: Denn nach toller Vorarbeit und Idealpass von Iniesta besorgte der in die Mitte des Strafraum sprintende Xavi Hernandez eiskalt zwischen die Beine von Akinfejew die Führung für “La Roja” (50.), die auch von Spaniens Kronprinz Felipe und seiner Gattin Letizia Ortiz bejubelt wurde.

120 Sekunden danach hatte Torres bereits die nächste Großchance, die Russen wirkten noch sichtlich geschockt vom Gegentor, denn in der Folge spielten fast nur noch die Spanier. So vergab Torres nach Flanke von Sergio Ramos das 2:0 (63.). Bei einem Fabregas-Weitschuss klärte Akinfejew in extremis (70.).

In Minute 73 kam dann aber der bereits überfällige und endgültige Todesstoß für die Russen, bei denen der gegen Schweden und die Niederlande so überragende Spielmacher Andrej Arschawin diesmal ein “Totalausfall” war: Nach einem perfekten Fabregas-Schupfer stoppte sich der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Daniel Güiza den Ball ideal mit der Brust und überhob Akinfejew aus fünf Metern zum 2:0. Den Schlusspunkt besorgte David Silva, der nach Stanglpass des groß aufspielenden Fabregas den 3:0-Endstand besorgte (82.).

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