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Berlin Alexanderplatz - Kritik und Trailer zum Film

Wie lebt man ein gutes Leben in einer Welt, die böse ist? Eine Neuverfilmung von "Berlin Alexanderplatz" nimmt einen mit zu Drogendealern und Großstadtclubs, zu Bordellen und Flüchtlingsunterkünften. Der Protagonist heißt nicht Franz, sondern Francis (Welket Bungue). Er lernt in Berlin den Gangster Reinhold kennen. Albrecht Schuch ("Systemsprenger") spielt den als ziemlich irren Typen, mit schrägem Gang und säuselnder Stimme. Auch Jella Haase ist mit dabei. Regisseur Burhan Qurbani erzählt den Roman von Alfred Döblin neu.

"Ich will gut sein" Der Leitsatz von Franz Biberkopf aus Alfred Döblins Roman ist auch der Leitsatz des aus Afrika geflüchteten Francis im gleichnamigen Film: "Berlin Alexanderplatz" ist ein starkes Werk, 183 Minuten lang. Es adaptiert den Roman fürs heutige Berlin. Und wie im literarischen Vorbild entfernt sich der Filmheld umso mehr vom Guten, je heftiger er es anstrebt. Ab Donnerstag im Kino.

Berlin Alexanderplatz - Kurzinhalt zum Film

Francis (Welket Bungue) verliert seine Begleiterin bei der Flucht über das Meer, ein Ereignis, das ihn prägt. Wohl schon vorher hat er in seiner Heimat Bekanntschaft mit Kriminalität gemacht, ganz so wie Franz im Buch. Im Berliner Flüchtlingsheim geht Francis dem Psychopathen Reinhold auf dem Leim, folgt ihm in Nibelungentreue und strebt doch nur einen eigenen Pass an.

Dabei gerät er immer weiter auf die schiefe Bahn, erkennt aber die Gefährlichkeit seines Partners nicht. Er opfert ihm einen Arm, zuletzt seine Liebe, bis er aus seiner Abhängigkeit erwacht. Doch da ist es schon zu spät.

Einmal sitzen Francis und Reinhold in einer Badewanne. "Ich will gut sein", erzählt Francis. Jaja, wiegelt Reinhold ab. Aber was sei gut? Und was sei böse? Er hält ihm eine Lektion über Benzinpreise und die Verteilung von Wohlstand auf der Welt. Und erklärt: "You want to be good in a Welt that is böse." Mit Sätzen wie diesen schafft es Qurbani, die Geschichte problemlos ins Heute zu holen.

Berlin Alexanderplatz - Die Kritik

Mit dem Buch wurde Döblin (1878-1957) zum Literaturstar der Weimarer Republik. Die expressive Sprache, eine rasante Szenenmontage, gute Dialoge und die beim Lesen spürbare Hektik des Großstadtlebens haben den Roman groß gemacht. Zwei berühmte Verfilmungen gibt es schon - darunter die 14-teilige Miniserie von Rainer Werner Fassbinder.

Qurbani - selbst Kind afghanischer Flüchtlinge - hat schon mit "Wir sind jung. Wir sind stark" über die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen einen Film vorgelegt, der im Kopf geblieben ist. Auch "Berlin Alexanderplatz" ist ein harter Film, fünf Episoden und einen Epilog lang gefüttert auch von den Erfolgsbeigaben Sex and Crime.

Doch es gibt auch die zarten Stellen, wie im Buch, zwischen dem inzwischen zum Franz gewordenen Francis und seiner Mieze (Jella Haase). Bösartig und sadistisch gibt Albrecht Schuch den Rattenfänger Reinhold, die Verkörperung des Bösen, das so gerne Bibelsprüche heuchelt.

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(APA/Red)

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