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Überfall auf Casino in Wien-Leopoldstadt geklärt

Die vier festgenommenen Verdächtigte sind spielsüchtig und hoch verschuldet. Der Überfall diente der Schuldenbegleichung und der Anschaffung teurer Luxusgüter.
Vorbericht

Der Überfall auf ein Spielcasino in Wien-Leopoldstadt am Donnerstag dürfte geklärt sein. Die Polizei hat 60 Stunden nach der Tat am Samstagvormittag vier Verdächtige festgenommen. Die Männer im Alter von 22 bis 49 Jahren sind zum Teil geständig. Alle vier sind spielsüchtig und hoch verschuldet. Mit der Beute aus dem Überfall haben sie ihre Ausstände beglichen und Luxusgegenstände gekauft. Den Tatort im Wurstelprater kundschafteten sie über das Riesenrad aus, gab die Polizei am Sonntag bei einer Pressekonferenz bekannt.

Die vier Männer (28 und 49 Jahre alt sowie zwei Brüder im Alter von 22 und 25 Jahren) kannten einander aus diversen Spiellokalen. Drei von ihnen arbeitslos und alle aufgrund ihrer Spielsucht hoch verschuldet, klagten sie einander ihr Leid. “Einer von ihnen hatte sogar Ausstände in der Höhe von 150.000 Euro”, sagte Oberstleutnant Robert Klug vom Landeskriminalamt. Bei diesen Gesprächen entsprang die Idee, ein Spielcasino auszurauben.

Tatort sollte ein Spiellokal in der Straße des ersten Mai sein, das von keinem der vier frequentiert wurde. Wie sie in das Gebäude gelangen könnten, kundschafteten sie bei einer Fahrt mit dem Riesenrad aus. In der Gondel hoch über Wien zeigte sich der ideale Weg in das Casino, nämlich über das Dach.

Am Donnerstag um 2.45 Uhr setzten sie ihren Plan um und drangen bewaffnet mit zwei Schlagstöcken und einer Gaspistole in das Gebäude. Drei von ihnen bedrohten eine Angestellte, fesselten sie und räumten den Safe leer. Der vierte stand Schmiere. Mit einer beträchtlichen Beutesumme, die Polizei wollte die genaue Höhe nicht nennen, flüchteten die Männer.

Binnen kürzester Zeit bezahlten sie ihre Schulden und gönnten sich etwas Luxus: Einer kaufte sich einen Mercedes ML, zwar gebraucht, aber mit Bildschirmen in den Nackenstützen. Auch ein Smart, diverse Handys, teure Elektrogeräte und ein Flatscreen-Fernseher für die Eltern eines Täters wurden angeschafft.

Dass die vier nur mit Geld so um sich warfen, wurde ihnen zum Verhängnis. Mehreren Leuten fiel auf, dass die vier, die nie flüssig waren, nun über plötzlichen Reichtum verfügten. “Aus dem Dunstkreis hat es mehrere Hinweise gegeben”, sagte Oberstleutnant Martin Roudny von der Außenstelle Mitte des Landeskriminalamtes kryptisch. Letztendlich seien es drei Todsünden gewesen, die die Kriminalisten (Gruppen Stampf und Borlak) auf die richtige Spur führten, sagte Roudny. “Neid, Missgunst und Eitelkeit.”

Die vier Verdächtigen wurden observiert und nach ihrer Rückkehr von einem Poker-Turnier in Bratislava verhaftet. “Bei Hausdurchsuchungen wurde eindeutig belastendes Material sichergestellt”, so Klug. Von der Beute blieb nicht mehr viel übrig, nur 13.000 Euro wurden von den Männern nicht verprasst.

Die vier sind nicht einschlägig vorbestraft, waren aber durch diverse Betrugsdelikte amtsbekannt. Die Einvernahmen waren am Sonntag noch im Gange. Ob die Männer für andere Überfälle infrage kommen – wie etwa die Banküberfälle in Floridsdorf auf der Jedleseer Straße und in der Leopoldstädter Ennsgasse vom Dienstag – ist noch Gegenstand von Ermittlungen.

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