Bereits "Hunderttausende Anmeldungen" für Eintrittstests

Hunderttausende Anmeldungen soll es für die Gratis-Antigentests bereits geben.
Hunderttausende Anmeldungen soll es für die Gratis-Antigentests bereits geben. ©APA
Mit 8. Februar benötigt man etwa für den Friseurbesuch oder für die Inanspruchnahme körpernager Dienstleister einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test. Es habe bereits "Hunderttausende zusätzliche Anmeldungen bei den Teststraßen in Österreich gegeben", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Donnerstag.
Regeln für Friseur-Besuch
Regeln der Öffnungen im Detail

Das sei genau das, "was wir grundsätzlich wollen", erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz.

Damit erreiche man "eine hohe Sicherheit" in jenen Bereichen, in denen es zu einem engeren Kontakt komme. An den bisherigen Massentest hätten eher solche Personen teilgenommen, die sich ohnehin an Maßnahmen halten und vorsichtiger sind. Mit den Zugangstestungen komme man nun "in die Breite", und das sei "ja das Ziel", konstatierte Anschober.

Pensionistenverband kritisiert verpflichtende Corona-Tests

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) machte allerdings in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass das Vorlegen eines negativen Corona-Tests für einen Friseur- oder Fußpfleger-Besuch viele ältere Menschen zum Verzweifeln brächte. "Um zu einem Test zu kommen, müssen in vielen Landesteilen Österreichs enorme Strecken zurückgelegt werden", gab PVÖ-Generalsekretär Andreas Wohlmuth in einer Presseaussendung zu bedenken zu bedenken.

Weite Wege für Personen am Land

Wohlmuth belegte das mit konkreten Beispielen. Vom Ort Unterlaussa (Bezirk Steyr-Land/OÖ) müssten die Menschen rund 70 Kilometer nach Steyr, 66 Kilometer nach Garsten oder rund 44 Kilometer nach Waidhofen an der Ybbs zum Testen fahren. Öffentliche Verkehrsverbindung gebe es keine, so dass Betroffene ohne fahrbaren Untersatz kaum an einen Corona-Test kämen. Vom Ort Karlstift (Bezirk Gmünd/NÖ) dauere die Busfahrt zur Teststraße nach Weitra 30 Minuten, nach Gmünd 45 Minuten.

Forderung nach kostenlosen Corona-Tests in Apotheken

"Dazu kommt, dass die Teststraßen nicht täglich geöffnet haben. Auch eventuelle Wartezeiten in der Schlange bei den Teststraßen sind einzukalkulieren", meinte Wohlmuth. Das sei der älteren Generation nicht zumutbar: "Für einen 15-minütigen Herrenhaarschnitt beim Friseur im Ort muss man eine Fahrt kreuz und quer durchs Land für ein Testergebnis in Kauf nehmen. Diese undurchdachte Vorgehensweise beweist, wie realitätsfern die Bundesregierung agiert." Der PVÖ forderte daher, entweder kostenlose Tests auch in allen Apotheken, bei allen niedergelassenen Ärzten und dezentralen Labor-Instituten anzubieten oder "Gratis-Wohnzimmer-Test" für ältere Menschen anzubieten und diese als "Eintrittstickets" für körpernahe Dienstleister anzuerkennen.

Seniorenbund-Präsidentin Korosec bezeichnete die kostenpflichtige Testung in der Apotheke als "ungerecht". Die Tests würden zwischen 20 und 40 Euro kosten, die Fahrtspesen eingerechnet könnten sich das viele Senioren nicht leisten.

(APA/Red)

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