Belgrad empört über Grenzeinigung

Belgrad hat nach Angaben des serbischen Außenministers Vuk Jeremic mit einer "äußerst scharfen Demarche" auf die Einigung reagiert, die Mazedonien und der Kosovo am Wochenende über ihre gemeinsame Grenzlinie erzielt haben.

“Die sogenannte Grenzeinigung ist das Ergebnis eines eigenwilligen Beschlusses der Institutionen in Prishtina (Pristina) und der Regierung in Skopje und ist für uns völlig unannehmbar”, sagte Jeremic für die Tageszeitung “Vecernje novosti” (Donnerstag-Ausgabe).

Die mazedonischen Behörden wurden laut dem Außenminister auch benachrichtigt, dass in Belgrad weitere Schritte erwogen würden. Belgrad hat den Kosovo nicht anerkannt. Dessen Grenzlinie zu Mazedonien ist nach Deutung der serbischen Behörden daher eine serbisch-mazedonische Frage. Belgrader Medien berichteten zuvor, dass durch die Einigung zwischen Skopje und Prishtina etwa 2.000 Hektar an kosovarischem Gebiet an Mazedonien gefallen seien.

Mazedonien hatte den Kosovo, den Serbien nach wie vor als serbische Provinz betrachtet, im Vorjahr anerkannt. Belgrad verwies daraufhin den mazedonischen Botschafter des Landes. Eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen erfolgte heuer im Mai. Der Kosovo erklärte sich am 17. Februar 2008 für unabhängig. Dies wurde bisher von 62 Staaten anerkannt. Die Unabhängigkeit wird von internationalen Institutionen wie UNO, EU und OSZE überwacht.

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