Beethovenfries: Erben bleiben bei ihrem Standpunkt

Die Secession lehnt eine Rückgabe ab
Die Secession lehnt eine Rückgabe ab
In der Causa um das "Beethovenfries" von Gustav Klimt sehen sich die Lederer-Erben, die kürzlich einen Antrag auf Restitution des in der Secession befindlichen Kunstwerks eingebracht haben, durch die am Montag veröffentlichte Stellungnahme der Secession bestätigt. Diese "untermauert unwillkürlich den Anspruch der Erben auf Restitution", so Rechtsanwalt Marc Weber.


“Tatsache ist, und das geht auch aus der Stellungnahme der Secession deutlich hervor, dass die Republik Österreich auch in den 1970er-Jahren mit dem Ausfuhrverbot im Rücken über einen Ankauf des Beethoven-Frieses von Erich Lederer verhandelt hat”, so Weber. Lederer habe niemals frei entscheiden können, sein Kunstwerk auszuführen oder zu verkaufen und “musste davon ausgehen, dass Österreich eine Ausfuhr auf Dauer verweigern würde. Nur weil für ihn das Bildnis dadurch in österreichischer Geiselhaft zu bleiben schien, verkaufte er den Fries an die Republik.”

Es sei richtig, dass sich der damalige Bundeskanzler Kreisky in die Verhandlungen eingeschaltet habe: “Tatsache ist: Bruno Kreisky hat bewirkt, dass zumindest über einen Kaufpreis geredet wurde, der nicht einer Enteignung gleich kam. Dafür konnten ihm die Lederers auch dankbar sein. Tatsache ist aber auch: Kreisky hat freundlich im Ton verhandelt und Budget frei gemacht, aber genauso wie bis zu diesem Zeitpunkt auf Basis des Ausfuhrverbots verhandelt. Und das ist der springende Punkt”, heißt es in einer der APA übermittelten Reaktion des Schweizer Teils der Erbengemeinschaft weiter.

Die Secession selbst habe auf ihrer Website bis vor kurzem den Zusammenhang zwischen Ausfuhrverbot und Verkauf als historisches Faktum präsentiert, den Text jedoch nun geändert. “Die Secession weiß also offensichtlich, dass der Zusammenhang besteht, verleugnet ihn jetzt aber aus Nützlichkeitserwägungen”, so der Rechtsanwalt.

Das 1902 erstmals gezeigte monumentale Wandgemälde, das als eines der Hauptwerke des Wiener Jugendstils gilt, wurde nach der Enteignung der Familie Lederer in der NS-Zeit zwar formell zurückgegeben, aber mit einem Ausfuhrverbot belegt und schließlich 1973 durch die Republik gekauft. Bereits 1999 war die Rückgabe von der Kommission für Provenienzforschung behandelt und abgelehnt worden. Mit einer Novelle des österreichischen Kunstrückgabegesetzes 2009 seien allerdings nun die Voraussetzungen für eine Restitution gegeben, argumentieren zwei durch unterschiedliche Anwälte vertretene Erbengruppen.

Die Künstlervereinigung Wiener Secession und die Gesellschaft der Freunde der Secession lehnen die Rückgabe ab und haben eine “Gegendarstellung” zum Rückgabe-Antrag an die zuständigen Stellen übergeben. In den kommenden Monaten wird sich die Kommission für Provenienzforschung und der Restitutionsbeirat mit dem Fall beschäftigen.

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