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Bedeutung der Karwoche: Osterbrauchtum und Hintergründe

Rund um das Osterfest gibt es eine Vielzahl an Bräuche und Traditionen.
Rund um das Osterfest gibt es eine Vielzahl an Bräuche und Traditionen. ©APA/Hans Punz (Themenbild)
Das Osterfest wird in Österreich mit einer Vielzahl an Bräuchen und Traditionen gefeiert. Vieler dieser christlichen Traditionen gehen auf heidnische Kulte zurück.

Mit dem Palmsonntag, heuer am 14. April, beginnt die Karwoche. Sie ist als Abschluss der Fastenzeit nicht nur eine Zeit der Besinnung, sondern auch der Bräuche – ebenso wie das Osterfest selbst. Viele christliche Traditionen gehen auf heidnische Kulte zurück. Am Mittwoch oder Gründonnerstag wird traditionell die sogenannte Chrisam-Messe, der Ölweih-Gottesdienst, gefeiert. Dabei werden die heiligen Öle geweiht, die im Laufe des Kirchenjahres bei der Spendung von Taufe, Firmung, Krankensalbung und Priesterweihe verwendet werden. Chrisam besteht aus Olivenöl mit einem Zusatz aromatischer Stoffe.

Am Gründonnerstag (vom althochdeutschen “Greinen” für “Weinen”) und Karfreitag (“Kar” oder althochdeutsch “kara” bedeutet “Klage” und Kummer”, Anm.) wird zunächst einmal geratscht. Weil der Überlieferung nach die Glocken nach Rom geflogen sind, ersetzt das knatternde Geräusch der “Ratschen” aus Holz zu Mittag und zum Vesperläuten die Funktion der Glocken. Am Abend wird in vielen Pfarren die “Fußwaschung” vollzogen. Sie ist auch ein Zeichen des Willkommens.

Osterfeuer wird traditionell am Abend des Karsamstag entzündet

Der Karsamstag beginnt in einigen Gebieten mit dem Holen des Weihfeuers. Dazu dienen trockene Schwämme. Im burgenländischen St. Martin/Raab wird die Asche des geweihten Feuers auf die Äcker gestreut. Das verspricht eine reiche Ernte.

Ab den Mittagsstunden ziehen Jung und Alt zur Fleischweihe. Dieser Brauch ist aus dem benachbarten Slowenien “zugewandert” und vor allem in Kärnten heimisch. Die gesegneten Speisen symbolisieren einerseits Christi Auferstehung, andererseits das Frühjahr als Jahreszeit der wiedergewonnenen Kraft der Sonne.

Unter diesem Aspekt sind auch die Osterfeuer zu sehen, die am Abend des Karsamstags entzündet werden. Dieser Brauch ist, wie viele in der katholischen Kirche, auf alte heidnische Riten zurückzuführen. Vorgänger des Osterfeuers sind die Frühlingsfeuer der Germanen. Das höchstgelegene Osterfeuer wird übrigens in Tirol auf dem 3.200 Meter hohen Mittagskogel entzündet.

Ei steht beim Kräftemessen zu Ostern im Mittelpunkt

Am Ostersonntag verkünden Böller: “Christ ist erstanden!” Nach der Ostermesse veranstalten viele Gemeinden eine gemeinsame Suche nach den Ostereiern. Dieser Brauch hat im salzburgischen Mauterndorf besondere Tradition.

Das Ei steht zu Ostern im Mittelpunkt von Bräuchen, die ein Kräftemessen sind. “Eierpecken” – mit einem Geldstück wird nach dem Ei geworfen – und “Eierturtschen” – mit den Eiern wird Spitze gegen Spitze und Boden gegen Boden gestoßen – sind nicht nur bei Kindern beliebt, sondern auch Erwachsene “rittern” begeistert.

Auch der Osterhase hoppelt nicht von ungefähr durch die Gegend. Meister Lampe, Begleiter der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, ist bis heute ein Eros-Symbol. Das beste – nicht religiöse – Beispiel sind die “Bunnys”, “Trademark” des Männermagazins “Playboy”.

(APA/Red)

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