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Beasts of the Southern Wild - Trailer und Kritik zum Film

Mit dem wunderschönen Namen Hushpuppy ist die sechsjährige Protagonistin ausgestattet, aus deren Sicht das realistische Filmmärchen "Beasts of the Southern Wild" erzählt ist. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Die titelgebende Wildnis im Süden ist die von Hurrikan Katrina zerstörte Region im Südosten der USA, eine überschwemmte Sumpflandschaft in Louisiana, die von ihren Bewohnern liebevoll “Bathtub” (Badewanne) genannt wird. Und die Biester, die Hushpuppy in ihren Träumen verfolgen, sind riesige Auerochsen und gleichzeitig Symbol für ihre Ängste, denen sie sich im Laufe des Filmes stellen muss.

Diese Mischung aus dokumentarischem Realismus und magischen Eindrücken, aus realen Herausforderungen und dem kindlichen Blick der Hauptdarstellerin, macht “Beasts of the Southern Wild” zu einem staunenswerten Debüt und einem echten Glücksfall für das Kino. Benh Zeitlins mehrfach ausgezeichneter Film kommt am Freitag (21.12.) in die heimischen Lichtspielhäuser und wird mit Sicherheit auch das österreichische Publikum so berühren und verzaubern, wie es dem Film bei der renommierten Kritikerin Manohla Dargis von der “New York Times” gelungen ist.

Das wilde Mädchen aus dem Sumpf und die “Beasts of the Southern Wild”

Dargis schwärmte nach der Uraufführung der mythologisierten Heldenreise beim Sundance-Festival von einer der besten Produktionen des Festivals seit zwei Jahrzehnten. Und tatsächlich brennt sich das bildstarke, eigenwillige, fantasievolle und mit Laien verfilmte Werk nachhaltig ein. Hushpuppy wird von der jungen Afroamerikanerin Quvenzhane Wallis berückend verkörpert, sie kennt nichts anderes als ihre Baracke im Sumpf, in der sie mit ihrem Vater Wink (Dwight Henry) lebt. Der trinkt oft zu viel, ist krank und bereitet mit seiner rauen Art seine Tochter schon auf jene Zeit vor, in der er sich nicht mehr um sie kümmern wird können.

Als die Gegend einmal mehr von einem Unwetter heimgesucht wird, evakuiert die Regierung die Bewohner. Doch diese wollen gar nicht evakuiert werden, das Auffangzentrum wirkt auf sie wie ein Gefängnis und das verwüstete Zuhause immer noch wie ein Ort, um den es sich zu kämpfen lohnt. Kein Wunder, wenn man sich das Gefühl der Freiheit und die örtlichen Feierlichkeiten mit Feuerwerk und Musik von Beginn des Films in Erinnerung ruft. Die Kamera ist immer nahe an den Szenen und vermittelt stets den simplen, emotionalen, unbeeindruckten Blick von Hushpuppy, der mutigen Heldin.

Der 30-jährige Regisseur Benh Zeitlin stammt eigentlich aus New York und gehört dem Künstlerkollektiv “Court 13” an, dessen Mitglieder keine Filmschule besucht haben und so nahe wie möglich an der Realität arbeiten. Dass es rundherum märchenhaft zugehen kann, steht dieser ästhetischen Ausdrucksweise nicht im Geringsten entgegen, es ist ein magischer Realismus, den Zeitlin in diesem Fall mit mythologisch-mystischem Hintergrund versehen und in eine beeindruckende Fabel verwandelt hat. Ein Film von unbändiger, starker Schönheit, dem auch für die Oscars gute Chancen eingeräumt werden.
(APA)

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