Beach-Volleyball: Doppler zeigt Durchhaltevermögen und will an die Spitze

Clemens Doppler zeigt trotz vergangenen Verletzungen Durchhaltevermögen.
Clemens Doppler zeigt trotz vergangenen Verletzungen Durchhaltevermögen. ©APA/HANS PUNZ
Der Beach-Volleyball Profi Clemens Doppler, hat in seiner bisherigen Karriere so einiges erlebt. Auch Verletzungen gehörten dazu. Doch sein Durchhaltevermögen und sein starker Wille hilft ihm dabei wieder auf Weltklasseniveau spielen zu können.
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Im Vorjahr spielte er sich mit seinem Langzeitpartner Alexander Horst bei der Heim-WM trotz einer Entzündung im rechten Knie und einem Muskelriss im Oberschenkel in einen Rausch und holte sensationell Silber. “Wenn es gleich geblieben wäre wie es letzes Jahr in Wien war, hätte ich es mir nicht mehr angetan, ich habe mich nicht einmal mehr alleine aufs Klo setzen können”, blickte Doppler auf die erfolgreiche und zugleich leidvolle WM zurück.

Wegen der Verletzung musste er im vergangenen Herbst wieder einmal unters Messer und danach den x-ten Neuaufbau absolvieren. Mittlerweile ist der zweimalige Europameister längst wieder fit und quasi schmerzfrei. “Dafür, dass ich letztes Jahr im September eine OP gehabt habe und wo wir jetzt sind, ist es absolut ein erfreulicher Zustand. Ab und zu zwickt es, aber es ist nicht vergleichbar mit letztem Jahr. Wenn ich heuer die gleichen Probleme hätte, würde es keinen Spaß mehr machen”, sagte der 37-Jährige im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur.

“Ich habe keinen Plan B”, so Clemens Doppler

Keinen Spaß mehr machen wäre wohl gleichbedeutend mit dem Karriereende gewesen, davon sei er aktuell aber glücklicherweise weit entfernt. “Die Gedanken an das Leben nach der Karriere sind derzeit sehr gering. Ich habe keinen Plan B, wenn ich morgen aufhören würde. Ich bin ein Typ, der sich nur auf eine Sache konzentrieren und die gut machen kann”, meinte der mit seiner Familie in Wien lebende Oberösterreicher. Ein begonnenes MBA-Studium an der FH Burgenland soll der Grundstein für das Leben nach dem Profitum sein, das gemeinsam mit Horst aber noch mindestens bis Olympia 2020 dauern soll.

Vor seiner Verletzung im Vorjahr hatte Doppler unter anderem drei Kreuzbandrisse (2004, 2006, 2013) überstanden. Ans Aufgeben habe er aber nie ernsthaft gedacht – trotz des Wissens, wie schwierig der Weg zurück jedes Mal werden würde. “Ich habe genau gewusst, was auf mich zukommt, was nicht wirklich ein Vorteil war, weil ich habe gewusst, wie anstrengend und wie mühevoll das alles wird. Aber mit jeder Verletzung die dazukommt, lernst du besser damit umzugehen.”

Beachvolleyball-Profi glänzt mit Duchhaltevermögen und hoher Schmerztoleranz

Durchhaltevermögen sei dabei freilich unverzichtbar. “Da geht es um den Willen, tust du es dir an oder nicht, nur so halb geht es nicht, eine Verletzung wie ein Kreuzbandriss, da kommst du mit halb nie wieder zurück. Und ich habe dem viel bis alles untergeordnet.” Seine ausgeprägte Schmerztoleranz habe natürlich auch geholfen. “Man braucht den Willen, über einen gewissen Schmerzbereich zu gehen, der einfach hin und wieder da ist. Es wird wahrscheinlich einige geben, die es sich dann nicht mehr antun, aber ich tu es mir halt an.”

Dass er mit seiner umfangreichen Verletzungsgeschichte noch immer mit den Weltbesten mithalten kann, ist durchaus erstaunlich. Doppler führt seine gelungenen Comebacks auch auf perfekte Betreuung zurück. “Wundern tue ich mich nicht. Als Profisportler hat man den Umstand, dass man wahrscheinlich bessere medizinische Betreuung bekommt. Einen guten Operateur hat man schnell einmal, aber die Reha macht es aus”, so Doppler.

Clemens Doppler setzt auf Rundumbetreuung und Physio

Die postoperative Nachsorge samt intensiver Physiotherapie sei der Schlüssel. “Nichtprofis kommen nach einer OP zwei Tage später aus dem Krankenhaus und sind ein bisschen auf sich alleine gestellt. Ich hatte immer ein Rundumbetreuung”, so Doppler. Dazu komme auch das nötige Glück, dass die Heilung immer wie erhofft verlaufen sei.

Damit alte Verletzungen nicht wieder akut werden, müsse er ständig präventiv arbeiten. “Ich Vergleich zu früher mache ich viel mehr Physio. Vor allem präventiv, damit ich nicht mehr in die Zustand komme, dass es wehtut”. Dass trotzdem hin und wieder Schmerzen auftreten, sei zu verkraften. “Wenn es auf dem Level hin und wieder zwickt, ist es absolut akzeptabel, wenn man bedenkt, was schon alles gewesen ist.”

(APA/Red.)

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