Baustelleneinbrecher fasste in Oberösterreich fünf Jahre Haft aus

Ein 23-jähriger Slowake hat als mutmaßlicher Serientäter, der sich auf Baustellen-Einbrüche spezialisiert hat, bei einem Prozess am Donnerstag im Landesgericht Ried im Innkreis fünf Jahre Haft ausgefasst. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte soll Mitglied einer Bande mit Mitgliedern aus mehreren osteuropäischen Ländern sein. Diese wurde aus einer Zentrale in Prag gesteuert. Von dort kamen “Bestellungen” für Geräte, die beim Bau benötigt werden. Ein Team der Bande kundschaftete Baustellen aus, wo die Sachen zu finden waren. Ein anderes verübte die Einbrüche, beispielsweise in Baucontainer, wo die gewünschten Werkzeuge gelagert waren. Ein weiteres sorgte für den Abtransport. Dem Angeklagten wurden Einbrüche in mehreren Orten in den Bezirken Grieskirchen, Ried im Innkreis, Vöcklabruck und Linz-Land in Oberösterreich sowie in Wieselburg in Niederösterreich zur Last gelegt.

Ende Oktober alarmierte ein aufmerksamer Zeuge die Polizei, nachdem er im Bezirk Ried im Innkreis einen Einbruch in einen Baustellencontainer einer Straßenmeisterei beobachtet hatte. Er konnte das Kennzeichen des zum Abtransport der Beute verwendeten Kastenwagens nicht ablesen, weil die Beleuchtung defekt war. Doch er gab eine genaue Beschreibung. Die Polizei stoppte das Fahrzeug auf der Innkreisautobahn (A8). Der aus der Ukraine stammende Lenker gab sich ahnungslos. Er habe nur von seinem Chef den Auftrag bekommen, das Werkzeug zu transportieren, dass es gestohlen sei, habe er nicht gewusst. Einer der Polizisten hat sich in den Fall “voll reingehängt”, wie beim Prozess lobend erwähnt wurde. Er sicherte akribisch Fingerabdrücke und DNA-Spuren. So konnten auch die mutmaßlichen Mittäter ausgeforscht werden.

Unter ihnen befand sich der Slowake. Er ist später bei einem Einbruch in der Schweiz erwischt und an Österreich ausgeliefert worden. Beim Prozess in Ried war er geständig. Er hat schon einschlägige Vorstrafen in seiner Heimat sowie in Deutschland gesammelt und war erst im April 2008 aus dem Gefängnis entlassen worden. Wegen des Rückfalles erhöhte sich der mögliche Strafrahmen um die Hälfte auf insgesamt 15 Jahre. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu fünf. Er legte dagegen Berufung ein, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig. Der bis dahin unbescholtene Fahrer ist kürzlich zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Hehler der Bande wartet noch auf seinen Prozess.

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