Baubeginn für Geothermie-Kraftwerk in der Seestadt aspern

So soll die Seestadt aspern ab ca. 2030 aussehen.
So soll die Seestadt aspern ab ca. 2030 aussehen. ©schreinerkastler
Mit dem Bohrbeginn für das Geothermie-Kraftwerk Aspern fällt der Startschuss für die Versorgung der Seestadt aspern undWiens mit umweltfreundlicher Fernwärme aus Erdwärme. Ab 2014 werden 40.000 Wohnungen von der Geothermie im WienerBecken profitieren.
Die Seestadt im August 2011

Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin der Stadt Wien: “Der Ausbau der Seestadt aspern schreitet mit dem Beginn der Bohrung für die Geothermie zügig voran. Das Pilotprojekt Geothermie-Kraftwerk Aspern dient ganz besonders dem Klimaschutz in Wien. Und es bringt vor allem den künftigen BewohnerInnen der Seestadt eine völlig neuartige Energieinfrastruktur, wie es sie in dieser Größenordnung in Österreich bislang nicht gab. Gerade in Zeiten, in denen die Konjunktur schwächer wird, sind Investitionen der Stadt und ihrer Unternehmen in nachhaltige Infrastruktur-Projekte ein Gebot der Stunde”.

Geothermie-Kraftwerk bringt sehr viel Leistung

Das Geothermie-Kraftwerk Aspern wird mit rund 40 Megawatt (MW) 60 Prozent mehr thermische Leistung bringen als jede vergleichbare Anlage in Österreich. Sie ist auch das erste hydrothermale Geothermie-Vorhaben zur Energiegewinnung im WienerBecken, in dem mit den vermuteten Heißwasservorkommen ein riesiges Energiepotenzial schlummert. Geothermie zählt zu den innovativsten und umweltfreundlichsten Methoden zur Wärmeerzeugung.

Umweltfreundliche Fernwärme für 40.000 Wohnungen ab 2014

Bereits ab 2014 wird die Energie des 150Grad Celsius heißen Wassers aus rund 5.000 Metern Tiefe im Eßlinger Untergrund den gesamten Heizenergiebedarf für über 40.000 Wohnungen und Betriebe im Stadterweiterungsgebiet aspern und inWien decken. Jährlich können dann rund 130.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Wärmeversorgung aus Erdwärme ist nicht nur CO2-neutral, sie ist auch effizient und preisstabil. Diese Energie ist vollkommen unabhängig von äußeren Einflüssen wie Wind und Sonne und kann direkt vor Ort gewonnen werden.

Helmut Miksits, Vorstandsdirektor WienerStadtwerke Holding AG: “Umweltfreundliche Lösungen zur Energie-Erzeugung sind die Zukunft. Regionale Klimaschutzprojekte spielen dabei eine immer größere Rolle. Mit dem WienerModell – einer Kombination aus Strom- und Wärmeproduktion über Kraft-Wärme-Kopplung in hocheffizienten Gas-Kraftwerken und der Wärme aus Abfallverwertung – erzeugen wir seit langem klimafreundlich und zu fairen Preisen Strom und Energie für Raumwärme und Warmwasser. Durch den Bau des Geothermie-Kraftwerks Aspern wird WienEnergie den Anteil an erneuerbarer Energie im Fernwärmenetz auf 20 Prozent steigern. Die Geothermie Aspern ist damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Smart Energy und zur Smart City Wien.”

Geothermie: Geologie ermöglicht sanfte Erschließung

Bei der hydrothermalen Geothermie werden bei der ersten Bohrung wasserführende Gesteinsschichten im tiefen Untergrund in rund 5.000 Meter Tiefe direkt angebohrt. Das im Gestein enthaltende Thermalwasser wird an die Oberfläche gefördert. Mit einem Wärmetauscher wird dem Heißwasser die Wärmeenergie entzogen und ins Fernwärmenetz gespeist. Über eine zweite Bohrung wird das abgekühlte Wasser zurück in etwa 3.600 Meter Tiefe geleitet. Mit der Rückführung des abgekühlten Wassers entsteht ein erneuerbarer Energiekreislauf.

Michael Kotschan, Geschäftsführer der Geothermiezentrum Aspern GmbH: “Die günstige Geologie im Wiener Becken erlaubt uns, mit der hydrothermalen Geothermie eine sehr sanfte Form der Energiegewinnung anzuwenden. Das heißt, wir schaffen keine künstlichen Risse, sondern nehmen nur, was natürlich vorhanden ist, nämlich heißes Thermalwasser. Seismische Aktivitäten sind dadurch so minimal, dass sie zwar mit hochsensiblen Geräten gemessen werden können, für die AnrainerInnen aber nicht spürbar sind. Das gesamte Vorhaben ist wissenschaftlich gründlich geprüft. Der ordnungsgemäße Bau und Betrieb wird von Geothermie-Experten der Technischen Universität Wien mit Messungen vor Ort laufend beobachtet und kontrolliert.”

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