Basketball: Traiskirchen demontiert Baden

Mit einem denkwürdigen 87:52-Derbyerfolg gegen die favorisierten Black Jacks holte Traiskirchen den Titel der zweiten Bundesliga/Division Ost und qualifizierte sich für das Final-Four. Bilder  

In der Sporthalle Baden stieg das mit Spannung erwartete niederösterreichische Derby zwischen den heimischen Black Jacks und der Spielgemeinschaft LZ NÖ Süd aus Traiskirchen. Dem Sieger des Duells zwischen den Spitzenteams der zweiten Bundesliga/Ost winkte ein Fixplatz beim Saisonhöhepunkt, dem Final-Four-Turnier.

Guter Start der Black Jacks
Die Badner, traditionell gute Starter, legten auch im Derby ein konzentriertes erstes Viertel hin. Black Jacks-Spielertrainer Nikolic war überall auf dem Platz zu finden und kurbelte das Kombinationsspiel seiner Mannschaft an. Die nervös wirkenden Traiskirchner begingen in dieser Phase einige Schrittfehler und lagen rasch neun Punkte zurück.

Traiskirchen kämpft sich heran
Das zweite Viertel brachte die Derby-Spannung zurück in die Halle. Die Gäste agierten nun aggressiver in der Defense, um den Badner Spielfluss zu unterbrechen. Es entwickelte sich ein sehenswertes Spiel, in dem sich die Traiskirchner Punkt um Punkt herankämpften und beim Seitenwechsel nur noch fünf Punkte zurück lagen (39:34).

Die Partie dreht
Nach der Pause sahen die Zuschauer eine völlig veränderte Partie. Die konzentrierte Defensivarbeit der Gäste stellte Baden vor große Probleme. Traiskirchen gewann mehr und mehr Rebounds. Der trotz Knieproblemen angetretene Badner Pointguard Oliver Ungerböck konnte sein Potential kaum ausspielen und das heimische Angriffsspiel verebbte komplett. Die Gäste hingegen, angetrieben von Lukas Weiss, erzielten ihre Körbe nun fast nach Belieben.

Baden kollabiert
Im letzten Abschnitt demontierte sich der Tabellenführer schließlich selbst. Die Badner fielen regelrecht auseinander und leisteten keinen Widerstand mehr. Ganze vier Punkte gelangen dem Heimteam im letzten Viertel – während die Traiskirchner mühelos deren 34 erzielen konnten.

Traiskirchen/LZ NÖ Süd überholte dank dem klaren Erfolg im direkten Duell die Black Jacks in der Tabelle und ist nun Erster des Grunddurchganges der zweiten Bundesliga/Ost. Im Final-Four treffen die Traiskirchner nun auf die besten Teams aus der Division West und Süd. Im Westen steht Schwaz bereits als Teilnehmer fest, im Süden kämpfen noch mehrere Teams um die Teilnahme.

Neben den drei Ersten des Grunddurchganges qualifiziert sich auch der Sieger eines Blitzturniers der drei Zweitplatzierten Ende März für das Final-Four. Für die Badner besteht also auch noch die Chance, ins Finalturnier zu kommen.

Stimmen zum Spiel:

Franz Graf (Headcoach LZ NÖ Süd):
„Ich bin sehr zufrieden. Wir sind nun Erster, fix im Final-Four und ersparen uns die Relegation (der besten Zweiten, Anm.). Wir mussten heute nicht unser ganzes Potential abrufen, da Baden in der zweiten Halbzeit konditionelle Probleme hatte. Der Gegner kam mit unserer Defense nicht zurecht. Ich kenne die gegnerische Mannschaft sehr gut. Wir wußten, dass Ungerböck Fitness-Probleme hat. Darauf haben wir gesetzt: dass unser Team die fittere Mannschaft ist. Es ist uns gelungen, die Intensität hochzuhalten – und die Partie im dritten Viertel zu drehen.
Im Final Four wollen wir natürlich gewinnen. Ein bisschen fehlt die Perspektive, weil kein Verein in die erste Bundesliga aufsteigen kann. Das wird im nächsten Jahr anders sein, und für uns ist es eine gute Vorbereitung darauf. Traiskirchen wird sich auf jeden Fall um die Austragung des Final-Four-Turniers bewerben.“

Kristijan Nikolic (Spielertrainer Baden Black Jacks):
„In der ersten Halbzeit haben wir nur 34 Punkte des Gegners zugelassen, waren im Plan. Wir wussten, was sie spielen werden. In der zweiten Halbzeit lieferten wir eine inakzeptable Mannschaftsleistung: keine Verteidigung, kein Zurücklaufen und ein Komplettversagen im Angriff. Das war die schlimmste zweite Halbzeit, die ich in meiner Karriere je erlebt habe. Ich kann mir den Rückfall nicht erklären. Vielleicht liegt es daran, dass wir seit längerem mit Verletzungsproblemen wichtiger Spieler zu kämpfen haben. Ungerböck ist heute gar gegen ärztlichen Rat aufgelaufen. Er ist der Kopf des Teams und hat heute einfach nicht das zeigen können, was er normalerweise bringt.
Jetzt muss unser Ziel sein, wieder einen Rhythmus zu finden und das Teamgefüge zu verbessern. Dann können wir das Final-Four noch erreichen. Wir müssen uns vor niemandem verstecken.“

Basketball, 2. Bundesliga/Ost, 12. und letzte Runde:
Baden Black Jacks – LZ NÖ Süd 52:87 (24:13,15:21,9:19,4:34)
Baden, Sporthalle, 120

Martin Ucik

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