Bankomat-Sprengungen: Auch Laien am Werk

Die Automaten stehen nicht mehr nur im Visier von Profibanden, sondern auch von Trittbrettfahrern, welche die Suche der Polizei nach den organisierten Tätern hinter den Coups in ganz Österreich zusätzlich erschweren.
Bankomat in Wien-Landstraße gesprengt
Bankomat-Sprengung in Wien 3
Verdächtiger bei Sprengung selbst verletzt

Im burgenländischen Sigleß wurde ein Bankomat unlängst zwar gesprengt, die Täter kommen aber nicht an Bares. In Niederösterreich schlugen zwei Versuche, Geräte zu zerstören, jüngst ganz fehl. Solche Nachahmungsversuche sind  zwar nicht von Erfolg gekrönt, erschweren aber dennoch die Arbeit der Polizei.

Die Banken mit bereits verschärften Sicherheitsmaßnahmen planen unterdessen weitere Absicherungen, die bald für “sinnlose” Sprengungen sorgen sollen. Im Gespräch ist auch die Schließung von Foyers in der Nacht. “Uns erscheint, dass es im Moment sehr viele Nachahmer gibt”, erklärte Helmut Greiner, Sprecher des Bundeskriminalamts (BK). Die Crux dabei: “Wenn man nicht weiß, wie das geht, passiert nichts oder es geht schief. Das Gas muss immerhin so viel Kraft erzeugen, dass Stahl zerstört wird. Es ist nicht schwer zu bekommen, aber man braucht Know-how”, meinte Greiner.

Rund 40.000 Bankomaten in Österreich

Erfolgreicher Beutezug oder nicht, Bankenbranche und Polizei versuchen den Tätern Delikte bei den rund 40.000 Bankomaten und entsprechenden Kassen in Österreich so unangenehm wie möglich zu machen. So sieht Georg Kraft-Kinz, Sicherheitssprecher der Wiener Banken, trotz der auch von ihm beobachteten Trittbrettfahrer Erfolge in den verstärkten Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Sprengungen: “Heute ist es schon weniger attraktiv als vor einem Monat.”

Weitere Schritte sind aber in Planung. Sie sollen die Bankomaten-Coups für Täter, dadurch dass sie keine Beute mehr bringen, unattraktiv machen. “Zunächst geht es einmal darum die Bankomaten so auszurüsten, dass die Sprengung keinen Sinn macht – also das Geld zerstört wird”, erklärte Kraft-Kinz gegenüber der APA. “Das ist ein europaweites Thema. Die Hersteller arbeiten mit Hochdruck an einer mechanischen Lösung.”

Ein weiterer Punkt ist jener der Zugänglichkeit der Foyers in den Nachtstunden. “Es ist die Frage, ob dieses überall die ganze Zeit offen sein muss”, meinte Kraft-Kinz. Generell werde über ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen nachgedacht. Da die Täter für eine Sprengung Zeit und ein bisschen Ruhe bräuchten, sei nicht jede Filiale gleich gefährdet. Kraft-Kinz: “Alle Institute haben Risikoprofile gemacht, welche Standorte wie gefährdet sind.”

(apa)

 

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