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Wird der Bahnverkehr in Zukunft auf drei Gleisen durch Vorarlberg gehen?
Wird der Bahnverkehr in Zukunft auf drei Gleisen durch Vorarlberg gehen? ©P. Steurer bzw. Pixabay/UnitedGraphics

Bahnverkehr in Vorarlberg: Engpässe und (keine) Ausbaupläne

Der Ausbau des Güterbahnhofs Wolfurt, die neuen Talent 3-Züge. In den vergangenen Jahren setzte Vorarlberg stark auf den Ausbau des Schienenverkehrs. Die baulichen Gegebenheiten stoßen dabei jedoch an ihre Grenzen, der Ausbau ist nicht überall auf Schiene.

Der schwarz-grünen Landesregierung ist der Ausbau des Bahnverkehrs ein Anliegen. In den vergangenen Jahren wurde der Ausbau des Güterbahnhofs Wolfurt abgeschlossen, die vergünstigte Jahreskarte eingeführt und in den neuen Leistungsvereinbarung zwischen ÖBB und dem Land Vorarlberg die Kapazitäten durch die neuen Talent 3 aufgestockt. Dies scheint Früchte zu tragen, laut den Bundesbahnen stiegen die Passagierzahlen in den vergangenen Jahren um fünf bis zehn Prozent pro Jahr. Auch künftig rechnen die ÖBB mit einem leicht reduzierten Wachstum von bis zu 5 Prozent mehr Fahrgäste pro Jahr.

Talent 3 erstmals in Vorarlberg

Viel Verkehr auf Vorarlbergs Schiene

Derzeit ist der Bahnverkehr auf dem Vorarlberger Schienennetz der ÖBB dicht gestaffelt. Durchschnittlich fahren rund 180 Züge pro Tag durch Vorarlberg. Jeden Arbeitstag sind allein gut 150 Personenzüge vom Regionalzug bis zum Railjet auf der Hauptstrecke zwischen Bregenz und Bludenz unterwegs. Diese ist dementsprechend zweigleisig ausgebaut - ganz im Gegensatz zu den Nebenverbindungen nach Liechtenstein und St. Margrethen oder die Arlbergstrecke. Gleichzeitig rechnet die ÖBB anhand der Verkehrsprognose Österreich mit einer weiteren Steigerung des Gesamtverkehrs auf der Schiene von langfristig 20 Prozent.

Mobilitätskonzept sieht Engpässe

Viel Möglichkeiten gibt es hier nicht mehr. Im Entwurf des Mobilitätskonzepts des Landes ist eine Machbarkeitsstudie angedacht. Der Grund auf Seite 56: "Prioritär ist der Ausbau der Schiene zwischen Bregenz und Bludenz, zumal im Personenverkehr schon jetzt Kapazitätsengpässe in der Hauptverkehrszeit bestehen und für den Güterverkehr, insbesondere für Verkehre der Anschlussbahnen, keine zusätzlichen Zugtrassen mehr im Fahrplan möglich sind."  Dezitiert erwähnt wird hier die Prüfung der Möglichkeit von zusätzlichen Trassen nach Wolfurt und Bludenz für den Güterverkehr.

Keine Ausbaupläne auf der Hauptschiene

Vonseiten der ÖBB sieht man derzeit noch durchaus Kapazitäten auf dem bestehenden Netz. "Der Eindruck, dass es auf Vorarlbergs Gleisen 'dicht gedrängt' zugehe, stimmt nur bezogen auf kurze Zeiten zu den Hauptverkehrszeiten. Auch ist die Auslastung auf den Strecken nicht überall gleich", betont Bahnsprecher Christoph Gasser-Mair auf eine entsprechende VOL.AT-Anfrage. "Gemäß Simulationen der ÖBB können auf der Strecke Bludenz – Lochau kurz- und auch mittelfristig sowohl Personen- als auch Güterverkehr trotz punktueller Kapazitätsengpässe auf der bestehenden Strecke abgewickelt werden", ist auch Landesrat Johannes Rauch überzeugt. Dies gelte auch bei einer weiteren Attraktivierung des Bahnangebots entsprechend dem Entwurf des Mobilitätskonzeptes. 

Längere und moderne Bahnhöfe

Auf der Strecke Bludenz-Bregenz wird seit Jahren in den Ausbau und Modernisierung der Bahnhöfe und Haltestellen investiert. Hier stehen derzeit die Bahnhöfe Bregenz und Feldkirch an, beide im Rahmen der Stadtentwicklungskonzepte. Hinzu kommt der Ausbau und Verlängerung von Haltestellen wie in Altach. Diese im Rheintalkonzept II zusammengefassten Maßnahmen sollen bis 2030 realisiert werden.

Längerer Talent 3 statt drittes Gleis

Auf die steigenden Fahrgastzahlen im Nahverkehr reagiert man in erster Linie mit mehr Sitzplätzen als wie mit mehr Zugverbindungen. Der Talent 3 bietet rund 50 Prozent mehr Sitzplätze als sein Vorgänger Talent 1. Dieser macht auch die genannten Bahnsteigverlängerungen an einigen kleineren Haltestellen auf über 200 Meter notwendig. Ein Ausbau der Rheintalstrecke auf drei Gleise, um mehr Kapazität für den Zugverkehr zu schaffen, sei derzeit keine Alternative. "Zusätzliche Streckengleise sind im dicht verbauten Rheintal räumlich eine Herausforderung", räumt Gasser-Mair ein. Auch beim Land liegen keine weiteren Ausbaupläne auf dem Tisch.

Arlbergstrecke bleibt Nadelöhr

Wenig Möglichkeiten der Verbesserung gibt es bei der Arlbergstrecke. Enge Kurven und die sogenannte Gipsstrecke verhindern hohe Geschwindigkeiten auf der eingleisigen Verbindung nach Tirol. Auf Tiroler Seite sind zweigleisige Abschnitte beim Ötztal und Imst angedacht, diese sollen zumindest eine Entlastung bringen.  Auf Vorarlberger Seite sieht man derzeit keine Möglichkeit für bauliche Verbesserungen.

Aus dem Archiv: Im Arlbergtunnel

Ausbau der Nebenstrecken

Anders sieht es auf den Nebenstrecken nach Liechtenstein und der Eidgenossenschaft aus, diese sind beide aus Sicht der ÖBB nicht zukunftsfit. Die Strecke über Lustenau nach St. Margrethen wird derzeit ausgebaut, um die Kapazitäten der Fernverkehrsverbindung München-Zürich zu verbessern, sowohl für den Personen- wie Güterverkehr. Derzeit steht der selektive zweigleisige Ausbau zwischen Hard und Lauterach und die Erhöhung der baulich möglichen Streckengeschwindigkeit zwischen Lustenau und Hard sowie der Bau neuer Haltestellen an. Dies soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Der Ausbau der Strecke Feldkirch-Buchs mit einem zweigleisigen Abschnitt zwischen Tisis und Nendeln steht derzeit aufgrund der andauernden Verhandlungen mit dem Fürstentum.

Auch abseits der ÖBB plant man einen Streckenausbau. Der Stand Montafon wünscht sich einen Ausbau der Montafonerbahn bis nach Partenen.

Deutschland elektrifiziert

Jenseits der Grenze muss Deutschland erst noch im Bereich der Elektrifizierung aufholen. Geplant seien hier Maßnahmen entlang der württembergischen Allgäubahn zwischen Lindau und München, der Südbahn von Friedrichshafen nach Ulm sowie der Bodenseegürtelbahn zwischen Friedrichshafen und Lindau. Mehr Kapazität auf der Schiene wird es daher vor 2030 nicht erwartet. 

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