AvW-Prozess - Auer-Welsbach will alles gestehen

Der Prozess um das im Herbst 2008 zusammenbrochene Kärntner Finanzgebilde AvW geht wahrscheinlich am Montag zu Ende. Der seit April in Untersuchungshaft sitzende AvW-Chef Wolfgang Auer-Welsbach will sich in allen Anklagepunkten schuldig bekennen, kündigte dessen neuer Pflichtverteidiger Franz Großmann im Vorfeld der vermutlich letzten Verhandlung an. Ein Urteil wird für Nachmittag erwartet.

Der sichtlich angeschlagene Angeklagte wurde pünktlich um 09.00 Uhr in den Schwurgerichtssaal des Klagenfurter Landesgerichts geführt und ließ geduldig das Blitzlichtgewitter über sich ergehen. Der Andrang von Medienvertretern und Anwälten war groß.

Auer-Welsbach werden gewerbsmäßig schwerer Betrug und Untreue zur Last gelegt, außerdem Bilanzfälschung und Beweismittelfälschung. Er soll knapp zwei Jahrzehnte rund 12.500 Anleger, die seine Genussscheine gezeichnet haben, geprellt haben. Die Anklage geht von einem Schaden von mehr als 400 Mio. Euro aus.

Wohin das Geld verschwunden ist, ist noch immer unklar. Laut Staatsanwaltschaft soll Auer-Welsbach noch im Mai 2010 sieben Mio. Euro plus eine Mio. Schweizer Franken in Stiftungen in Liechtenstein gebunkert haben, was dieser in der ersten Verhandlungswoche abgestritten hatte. Heute könnte puncto Liechtenstein etwas Licht ins Dunkel kommen, denn vor wenigen Tagen waren Unterlagen aus Vaduz in Klagenfurt eingetrudelt, die Richter Christian Liebhauser-Karl übers Wochenende durchgeackert hat. Nach wie vor Rätselraten herrscht über den Verbleib des sogenannten Sondervermögens in Höhe von 37 Mio. Euro, das aus dem Verkauf von Genussscheinen entstanden sein soll.

Auer-Welsbach drohen bis zu zehn Jahre Haft, mit dem Geständnis könnte er sich ein paar Jahre Gefängnis ersparen.

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