Avatar: ein teures Rekord-Spektakel zur Wirtschaftskrise

Blaue Indianer mit Schwänzen und 2.0-Dreadlocks, militärisch überlegene Ausbeuter mit viel Gier und wenig ökologischem Verantwortungsbewusstsein, und natürlich ein zwischen moralischen Siegerseite und bösem Arbeitgeber hin und her gerissener Held kurz vor dem Ausbruch tödlich-massiver Materialschlachten im Dschungel und in der Luft: Das ist der neue Kino-Reißer "Avatar". Zur Filmbeschreibung | Rekord: 500 Millionen Dollar KostenSzenenbilder aus Avatar Avatar: Trailer 1 | Avatar: Trailer 2 | Zum Gewinnspiel!

Avatar: Trotz der Namensgleichheit mit der erfolgreichen Zeichentrickserie hat der Film, der am Donnerstag in die heimischen Kinos kommt, nicht das Geringste mit dem letzten Luftbändiger Aang und seinem Kampf gegen die Feuernation zu tun. Aangs Realverfilmung von M. Night Shyamalan kommt erst 2010 und weicht angesichts der blauhäutigen Konkurrenz auf den Namen “Die Legende von Aang” aus, Avatar ’09 nennt sich zur Sicherheit auch “James Cameron’s Avatar”.

James Cameron ist zurück

Dieser, der jetzt erscheinende, blauhäutige, schwanzbewehrte Avatar, das ist die neueste Science Fiction meets Fantasy-Materialschlacht von Terminator- und Titanic-Mastermind James Cameron. Die Story verquickt Action, einen Hauch Erotik und einen satten Schuss Ökologie zu einem epischen Kampf um die Zukunft einer ganzen Welt. Die opulente Ausstattung kostet: Mit weit über 400 Millionen Dollar Produktionskosten ist “Avatar” der teuerste Film aller Zeiten.

Massiver Aufwand

Was da an technischem Aufwand, Maske und Material verschossen wurde soll natürlich an den Kinokassen wieder hereinkommen, und die Chancen dafür stehen gut: Avatar verfügt nicht nur über ein gewaltiges Werbebudget und daher über flächendeckende Plakatierung und Marketing-Aktionen in aller Welt.

Der Film bietet auch zugkräftige und ästhetisch ansprechende Trailer, feine Darsteller (Zoe Saldana begeisterte nach einer kleineren Rolle in der Piraten-Saga “Pirates of the Carribean” als Uhura im neuen Star Trek Movie, Sam Worthington lieferte in Terminator 4 eine mächtige Performance als mysteriöser, kampfkräftiger Einzelgänger ab) und eine einfach zu fassende Grundgeschichte rund um gierige Konzerne (die Krise lässt grüßen) und edle Ureinwohner, die Na’vi, die nicht zufällig von allen Beobachtern intuitiv mit guten Indianern gleichgesetzt werden.

Allerdings Indianer 2.0, die sich sogar direkt mit der Natur synchronisieren können, indem sie ihre Haare an der Vegetation andocken lassen.

Avatare

Das Jahr: 2154. Die Hauptfigur, Ex-Marine Jake, ist gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Doch er kann einen ferngesteuerten Körper, einen genetischen Mensch-Na’vi-Hybriden ohne eigene Persönlichkeit, eben einen “Avatar”, quasi “online” als Botschafter des guten Willens zu den Na’vi bewegen und so einen Dialog beginnen. Das ist nötig, weil die Menschen den Mond Pandora praktisch auseinandernehmen wollen, um an wertvolle Rohstoffe zu gelangen, und das wird schwierig, wenn die Anwohner wirbel machen. Umsiedeln oder ausrotten – eine schwierige Entscheidung, vor der die Menschen stehen, aber so oder so nicht im Einklang mit den Wünschen der jäh kolonisierten Blauhäute.

Moral und Wahrheit

Wirbel machen die daher natürlich allen Vermittlungsversuchen zum Trotz, und der listig eingeführte Botschafter schlägt sich mit moralischen Bedenken herum, was seine Noch-Arbeitgeber von der Erde angeht – und dann auch noch auf die andere Seite.
Kein Wunder, sind doch die Na’vi nicht nur eleganter, geschmeidiger und hübscher anzuschauen, sondern auch im persönlichen Umgang deutlich netter als die großen Bonzen oder engstirnigen Militärschädel auf menschlicher Seite.

Gut gegen böse, Prinzessin und Krieger

Es kommt, wie es kommen muss: zum Kampf. Dabei zeigen sich die Na’vi als durchaus harte Gegner, die sich in ihrem heimatlichen Dschungel auch von einer massiven technischen Überlegenheit des Angreifers nicht so leicht ins Bockshorn jagen lassen.
Vieles an der Handlung ist sehr konventionell – die Prinzessin, der Krieger, der Bund mit der Natur, der böse Kommandant und die wilden Tiere, die sich nur von einem einzigen Na’vi je zähmen lassen. Doch eine einfache, politisch etwas zu korrekte und etwas vorhersehbare Handlung, das muss nicht schlecht sein: es bietet immerhin sehr viel Spielraum für ein gewaltiges Rappeln im Karton: Action und Ästhetik kommen in Avatar ausgiebig zu ihrem Recht. Einfach genießen!

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