Austria und Altach brauchen Sieg

Thomas Krammer
Thomas Krammer © APA
Trotz unterschiedlicher Vorzeichen ist die Wiener Austria wie Gegner SCR Altach im direkten Duell der Fußball-Bundesliga auf Punkte angewiesen.

Während die Violetten vor dem Heimspiel der 34. Runde am Samstag (18.00 Uhr) im Zweikampf mit Sturm Graz um einen Europacup-Startplatz einen Pflichtsieg anpeilen, braucht das Schlusslicht aus Vorarlberg im Abstiegskampf jeden Zähler.

“Die Ausgangslage ist klar: Wir brauchen die drei Punkte”, meinte Austria-Coach Karl Daxbacher vor der Partie, für die bis Freitag 6.400 Karten abgesetzt waren, unmissverständlich. Mit Heimauftritten gegen Altach und Kärnten haben die Wiener die auf dem Papier leichtere Auslosung als der punktgleiche Dritte aus Graz. Um den Sprung in die Europa League zu realisieren, sollte der Cup-Finalist aber die Heimspiele für sich entscheiden. “Unsere Spieler sollen sich Gedanken machen, dass wir das gescheit über die Runden bringen”, erklärte AG-Vorstand Thomas Parits.

Dass der jüngste Auftritt vor eigenem Publikum zuletzt gegen Mattersburg mit einer enttäuschenden Nullnummer endete, ist auch den Austria-Verantwortlichen noch gut im Gedächtnis. “Wir müssen die schon gezeigte Heimstärke bringen, die in den letzten zwei Spielen nicht da war. Da müssen wir mehr zeigen”, mahnte Daxbacher, der ein “offenes Spiel” erwartete, im Meisterschaftsfinish Konzentration ein. Verzichten muss die Austria auf den gesperrten Hattenberger sowie die verletzten Madl und Standfest. Suttner ist wegen einer Muskelblessur im Oberschenkel fraglich.

Für Aufsehen im Lager des Tabellenvierten sorgte in dieser Woche auch die Nicht-Weiterverpflichtung von Kapitän Jocelyn Blanchard. Befürchtungen, dass sich dies auf die Leistung des Franzosen auswirken könnte, teilte Daxbacher aber nicht. “Im Gegenteil, sein Trainingseinsatz ist noch größer geworden”, berichtete der Trainer, der das persönliche Gespräch mit seinem Routinier gesucht hatte.

Bei Altach kehrt Coach Georg Zellhofer an eine alte Wirkungsstätte zurück. Der Oberösterreicher steht erstmals seit März 2008 im Horr-Stadion wieder an der Seitenlinie. “Das war für mich die schönste Zeit. Aber das muss man ausblenden für die 90 Minuten”, hegte Zellhofer aber keinen Groll über seinen unfreiwilligen Abschied bei der Austria. Altach hat mit den Spielen in Wien und Salzburg noch ein schwereres Programm zu absolvieren als Mattersburg. Dazwischen wartet noch eine Heimpartie gegen Kapfenberg. “Es ist nicht einfach, aber es ist eine Situation, wo wir nicht in Demut verfallen und alles zu Tode jammern sollten”, erklärte Zellhofer.

Für den 48-Jährigen ist die Ausgangslage im Saisonfinish nicht nur aufgrund der Tabellensituation eine schwierige. Altach haderte in den vergangenen Runden mehrmals mit der Schiedsrichterleistungen (“Das bleibt in den Köpfen hängen”), außerdem bürgen 21 auslaufende Verträge nicht unbedingt für Ruhe im Verein. “Wir versuchen, nicht darüber zu jammern. Das ist eine Situation, die bis jetzt noch nicht so angesprochen wurde. Aber ich weiß, dass es die Spieler beschäftigt”, sagte Zellhofer, der in den ausstehenden Spielen nun auch auf Innenverteidiger Pircher (Seitenbandeinriss) verzichten muss.

Beide Clubs erwiesen sich in den vergangenen Runden jedenfalls nicht unbedingt als Punktehamster. Die Austria gewann nur eines der jüngsten acht Liga-Matches, die Altacher feierten nur einen Sieg in den letzten zehn Runden. Die Austria ist jedoch neben Kärnten die einzige Mannschaft, gegen die das Schlusslicht im Jahr 2009 als Sieger (2:1) vom Platz ging. Die Spielstätte Horr-Stadion lässt bei den Vorarlbergern aber wohl unliebsame Erinnerungen wach werden: In fünf Spielen in Wien-Favoriten holte die Mannschaft aus dem Ländle nur einen Zähler (1:1 am 16. Februar 2008).

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