Austria-Tormann Robert Almer: Warum der Weg zum Comeback so weit ist

Wann Robert Almer endlich wieder im Tor der Wiener Austria stehen wird, ist noch nicht fix.
Wann Robert Almer endlich wieder im Tor der Wiener Austria stehen wird, ist noch nicht fix. ©APA/Hans Punz
Seit knapp einem Jahr ist Robert Almer, Kapitän des FK Austria Wien, verletzt out. Auf dem Weg zum Comeback sind nur kleine Schritte möglich.
Almer schwer am Knie verletzt
Austrias 3:3 in Rom

Der Weg zurück ist noch weit. Am 20. Oktober 2016 hatte sich Österreichs Nationaltorhüter Robert Almer beim Europa-League-Gastspiel der Wiener Austria bei AS Roma (3:3) eine schwere Knieverletzung zugezogen. Fast genau ein Jahr später arbeitet der 33-Jährige immer noch an seinem Comeback. Ob es sich bis zur Wintervorbereitung ausgeht, ist offen.

“Der Wunsch ist es, im Jänner dabei zu sein. Wenn alles so läuft, wie es laufen soll, ist das realistisch”, meinte Almer im Gespräch mit der APA. “Ich weiß es aber nicht. Es kommt darauf an, wie das Knie reagiert.” Der Steirer ist ein gebranntes Kind, hat schon mehrere schwere Verletzungen hinter sich. Allein die jüngste hatte drei Operationen zur Folge.

Robert Almer: “Ich muss die Belastung langsam steigern”

Bei der dritten im Juni wurde der Knochen im rechten Knie so angesägt, dass sich eine neue Knorpelschicht bilden soll. Diese reagiert aber höchst sensibel. “Ich muss die Belastung langsam steigern”, erklärte Almer das Problem beim Muskelaufbau. Aus einem Kilogramm Gewicht auf der Beinpresse wurden zumindest einmal 20. Bis zur Lauf-Freigabe kann es aber noch Monate dauern.

Die nächste Kontrolle in Augsburg steht im November an. Derzeit arbeitet Almer mit seinen Austria-Teamkollegen in Steinbrunn darauf hin. Über seine Zukunft im Nationalteam macht er sich noch keine Gedanken. “Dafür muss ich zuerst wieder auf dem Platz stehen. Wenn man ein Jahr weg ist, ohne Training, muss man erst wieder reinkommen”, sagte Österreichs EM-Torhüter.

Team-Rücktritt kommt für Almer vorerst nicht in Frage

Abgeschrieben hat er die Rückkehr ins Teamdress aber noch nicht. “Für Österreich zu spielen ist für jeden Sportler eine Triebfeder”, betonte der Steirer, der bisher 33 Länderspiele absolviert hat. “Ich muss aber zuerst einmal kleine Schritte machen.” Die jüngsten Leistungen seines ÖFB-Ersatzmannes Heinz Lindner bewertete er positiv. “Es freut mich für ihn, weil es nicht so einfach war in Frankfurt. Er hat dort zwei Jahre nicht gespielt.”

Der scheidende Teamchef Marcel Koller setzte dennoch auf den nunmehrigen Grasshopper-Legionär. Auch Almer hat er während dessen Reservistendaseins in Deutschland stets die Treue gehalten. “Es ist schon traurig, wenn so eine Person gehen muss. Er hat den Fußball im Nationalteam extrem weiterentwickelt”, sagte der Austria-Keeper über den Koller-Abschied.

Vereinzelt habe er auch die Zeit vor Koller im Nationalteam miterlebt. “Er hat extrem viel getan, was die Professionalisierung betrifft.” Almer nannte nicht nur die laufende Kontrolle mittels Leistungsparametern, sondern auch Betreuung und Ernährung. “Das ist alles auf internationalem Niveau.”

Auch Almer kritisiert das Vorgehen des ÖFB

Ganz im Gegensatz zu den öffentlichen Personaldebatten, die im ÖFB in den vergangenen Wochen geführt worden sind. Almer schloss an die kritischen Stimmen seiner Nationalteamkollegen an. “Es ist für den ganzen Fußball in Österreich nicht gut, wie es gelaufen ist. Man muss sich Gedanken machen, dass man das in Zukunft ein bisschen anders abhandeln sollte”, meinte der Keeper. “Es geht um den Fußball, und der hat zuletzt sehr, sehr viel an Reputation verloren. Das gilt es wieder mit positiven Schlagzeilen zu füllen.”

Wer Koller als Teamchef folgt, ist ebenso offen wie Almers langfristige Zukunft. Sein Vertrag bei der Austria läuft mit Saisonende aus. Die Unterstützung durch den Verein sei dennoch “einzigartig”. Seinen jungen Ersatzleuten Osman Hadžikić (21) und Patrick Pentz (20) bescheinigte Almer einen “guten Job”. Der Routinier warnte aber davor, die Youngsters zu sehr hochzujubeln und beim ersten Fehler gleich wieder über sie herzuziehen. “Ein gutes Mittelmaß wäre wichtig, auch in der Berichterstattung.”

(APA, Red.)

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