Austria: Referee-Fehler im Vordergrund

80 Minuten präsentierte sich der LASK beim 2:1-Heimsieg gegen die Wiener Austria als besseres Team, trotzdem stand nach Schlusspfiff das Schiedsrichterteam im Mittelpunkt.

Dieses hatte unter der Leitung von Thomas Steiner dem Austria-Ausgleich durch Joachim Standfest (85.) die Gültigkeit abgesprochen – ein Fehler, wie der Niederösterreicher nach dem Spiel zugab. “Mein Assistent hat Abseits angezeigt, hat sich aber leider getäuscht. Wir haben uns die Szene angesehen, mein Assistent (Paul Pethö, Anm.) dachte während des Spieles, dass ein Austrianer, entweder Kuljic oder Standfest, im Abseits steht”, meinte Steiner, der im September 2007 mit der “Bruno”-Trophäe als bester Referee ausgezeichnet worden war.

Für die Violetten, denen gegen den LASK bereits am Mittwoch ein reguläres Tor aberkannt worden war, war diese Einsicht nur schwacher Trost. Manager Markus Kraetschmer griff unmittelbar nach Schlusspfiff, dem noch eine Rote Karte für den heftig protestierenden Gercaliu folgte, zum Handy, um Gerhard Kapl, dem Vorsitzende der ÖFB-Schiedsrichter-Kommission, anzurufen.

“Es ist notwendig, dass sich die Schiedsrichter bewusst sind, dass ihre Entscheidungen auch ein wirtschaftliches Ausmaß für die Clubs haben. Es hilft nichts, wenn man 88 Minuten eine gute Leistung bringt”, meinte Kraetschmer am Sonntag. Im Fall der vor dem bevorstehenden Abschied von Mäzen Frank Stronach in wichtigen Sponsorenverhandlungen stehenden Wiener sei dies besonders bitte. “Es gibt Gespräche mit Sponsoren, die definitiv sagen: Wenn die Austria im Europacup steht, werden wir mitarbeiten.”

Die Einsicht von Steiner wäre zwar zu begrüßen, die Austria selbst “habe aber nichts davon”. Der Schiedsrichter-Job wäre vergleichbar mit jenem eines Mediziners, “der auch immer alles richtig machen muss”.

Auch Kraetschmer trat dafür ein, wie im Eishockey oder American Football den Videobeweis einzuführen: “Die Voraussetzungen haben sich geändert. Es gibt mehr Kameras, es ist mehr Geld im Spiel. Auch das Schiedsrichter-Team müsste technisch nachlegen.” Gerade bei Spielunterbrechungen wäre es für den vierten Mann ein Leichtes, die Situation zu kontrollieren.

In sportlicher Hinsicht war Kraetschmer (“Wir wollen nichts beschönigen, der LASK war besser”) einer Meinung mit Coach Georg Zellhofer, der nach der Partie feststellen wollte: “Ich habe nie gesagt, dass der LASK nur wegen solchen Entscheidungen und Glück oben steht.” Fast tröstend klangen da die Worte seines Gegenüber Karl Daxbacher, der nach dem Sprung auf den zweiten Tabellenrang so gar nicht glücklich meinte: “Ich kann eine Fehlentscheidung nicht beeinflussen. Wäre ich betroffen, würde ich nicht anders reagieren als Georg Zellhofer.”

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