Australien gegen Nicht-Auslieferung Dragans

Die australische Regierung hat nun gegen eine kürzliche Entscheidung des Bundesgerichtes in Sydney berufen, durch welche der in Kroatien wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen angeklagte serbische Ex-Milizenführer Dragan Vasiljkovic aus der Haft entlassen worden war.

Vasiljkovic habe in Kroatien keine “reale Chance” auf ein gerechtes Verfahren, wurde vom Gericht die Entscheidung argumentiert.

Von der australischen Regierung würde die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Kriminalität und bei Kriegsverbrechenvorwürfen seriös aufgefasst und möchte sichern, dass Australien nicht zum Unterschlupf für mutmaßliche Straftäter werde, wurde ein Sprecher des australischen Innenministeriums von serbischen Medien am Freitag zitiert.

Vasiljkovic, der am Balkan besser als “Kapetan Dragan” bekannt ist, hat die australische und serbische Staatsbürgerschaft. Er verbrachte vier Jahre im australischen Gefängnis in Erwartung einer Auslieferung nach Kroatien. Zagreb wirft ihm vor, zwischen 1991 und 1993 Morde an Zivilisten angeordnet zu haben. In Kroatien drohen ihm 20 Jahre Haft. Bosnische Medien berichteten diese Woche, dass auch Sarajevo von Australien eine Auslieferung von Vasiljkovic wegen Kriegsverbrechen in Ost-Bosnien beantragen dürfte. Die Behörden in Sarajevo sollen demnach Beweise für die Aktivitäten von “paramilitärischen Todesschwadronen” Vasiljkovics in Ost-Bosnien mindestens bis Ende 1994 besitzen.

Vasiljkovic war zu Beginn des Kroatien-Krieges 1991 aus Australien, wo er seit 1969 lebte, nach Belgrad zurückgekehrt. In der Krajina, eine damals großteils von Serben bewohnten Region Kroatiens, bildete er daraufhin eine serbische Freischärlereinheit, die in der lokalen Bevölkerung als “Rote Barette” bekannt war und eigentlich als eine Schöpfung des damaligen serbischen Geheimdienstes SDB betrachtet wurde. “Kapitan Dragan” hatte wiederholt bestritten, je Angriffe auf Zivilisten angeordnet zu haben.

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