Ausreisetests im Bezirk Hermagor fix - Impfstudie gefordert

Auch im Känrtner Hermagor werden Ausreisetests eingeführt.
Auch im Känrtner Hermagor werden Ausreisetests eingeführt. ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Für den Kärntner Bezirk Hermagor werden ab Dienstag Ausfahrtskontrollen eingeführt, bei denen ein negativer Coronatest vorgezeigt werden muss. Das sagte Bezirkshauptmann Heinz Pansi am Donnerstag auf APA-Anfrage.
Impf-Studie im Bezirk Schwaz

Der Bezirk Hermagor verzeichnete in den vergangenen Wochen sehr hohe Coronavirus-Ansteckungszahlen. Die britische Virus-Mutation war laut Behördenangaben weit verbreitet, von 80 Prozent der registrierten Fälle war die Rede. Laut AGES-Dashboard lag die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz bei 670.

Ausreisekontrollen im Bezirk Hermagor ab Dienstag

An sieben Checkpoints werde die Polizei ab Dienstag zwischen 5.00 und 21.00 Uhr die für die Ausfahrt nötigen negativen Coronatests (maximal 48 Stunden alt) kontrollieren, sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) zur APA. Dazwischen gelten die Ausgangssperren, es werde Streifentätigkeit für die Kontrollen geben. Der Nachweis einer überstandenen Covid-19-Infektion innerhalb der vergangenen sechs Monate werde ebenso für eine Ausreise akzeptiert.

Die Testkapazitäten sollen mit Hilfe des Bundesheeres weiter erhöht werden, damit auch jeder einen aktuellen, negativen Test erhalten kann, hieß es. Für ein- und auspendelnde Schüler im Bezirk Hermagor werde der Unterricht auf Distance Learning umgestellt. Beschlossen wurden die Maßnahmen am Donnerstag in Verhandlungen auf Landes- und Bezirksebene. Die entsprechende Verordnung der Landesregierung soll am (morgigen) Freitag kundgemacht werden.

Kärntens Gesundheitsreferentin will Impfstudie für Hermagor

Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) hat eine Impfstudie für den stark mit der britischen Virusmutation B.1.1.7 belasteten Bezirk Hermagor gefordert. Wie Prettner am Donnerstag in einer Aussendung sagte, könnte mit der Durchimpfung des Bezirks ergründet werden, wie wirksam die Coronaimpfung gegen die britische Virusmutation ist. Fixiert wurde eine Befragung der Einwohner des Bezirks zu Wissen und Einstellung gegenüber Corona und den Eindämmungsmaßnahmen.

Rund 80 Prozent der Infektionen britische Mutation

Laut Prettner habe sie ihre Forderung am Mittwochabend bei einer Videokonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erhoben. Im Bezirk Hermagor seien rund 80 Prozent aller Infektionen auf die Mutation B.1.1.7 zurückzuführen. Die Einwohnerzahl des Bezirks sei "überschaubar, aber doch repräsentativ". Abzüglich der unter 16-Jährigen und der bereits Geimpften in Hermagor wären 13.000 Personen zu immunisieren.

Die Gesundheitsreferentin verwies auf die für den Tiroler Bezirk Schwaz geplante Durchimpfung, wo die Bevölkerung für eine Studie zur Südafrika-Mutation immunisiert wird. Eingebettet in eine wissenschaftliche Wirksamkeitsstudie mache deshalb auch eine flächendeckende Impf-Aktion in Hermagor Sinn: "Man könnte auf schnelle Art und Weise Erkenntnisse zur Impfung gegen die Mutation B.1.1.7. gewinnen." Prettner erwartet eine Entscheidung, ob der Bezirk durchgeimpft wird, spätestens kommende Woche.

(APA/Red)

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