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Ausbau der Kinderbetreuung sichert in Corona-Krise Arbeitsplätze

Bei Corona-Verdachtsfällen soll nicht gleich die ganze Einrichtung schließen müssen.
Bei Corona-Verdachtsfällen soll nicht gleich die ganze Einrichtung schließen müssen. ©APA (Sujet)
Angesichts der hohen Frauenarbeitslosigkeit durch die Corona-Krise fordern das AMS und die Arbeiterkammer die Sicherstellung der Kinderbetreuung.

AMS-Wien-Chefin Petra Draxl erklärte am Freitag im Ö1-Morgenjournal des ORF-Radios, es müsse sichergesellt werden, dass Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen nicht zusperren. Denn sonst würden vermehrt Frauen ihren Arbeitsplatz aufgeben müssen.

Schließung ganzer Einrichtungen bei Verdachtsfällen vermeiden

"Das sind versorgungskritische Einrichtungen", betont Draxl. Bei Covid-19-Verdachtsfällen müsse sichergestellt werden, dass einzelne Gruppen in Quarantäne geschickt werden, aber nicht sofort die ganze Einrichtung gesperrt werde. Denn das treffe dann die Frauen, die die Kinderbetreuung übernehmen. Besonders schwer sei es für Alleinerzieherinnen. Weiters brauche das AMS auch ein verstärktes Beratungsangebot mit mehr Personal, um arbeitslos gewordene Frauen zu beraten, wie sie sich aus den derzeit stark betroffenen Dienstleistungsbereichen umqualifizieren können, etwa in die Zukunftsbranchen IT und Technik sowie für den Pflege- und Gesundheitsbereich. "Jegliche Höher- und Weiterqualifizierung sichert den Job", sagte Draxl.

Corona-Krise verschärfte Frauenarbeitslosigkeit

AK-Expertin Ingrid Moritz erläuterte, dass viele geringfügig oder in Teilzeit beschäftigte Frauen ihren Arbeitsplatz verloren hätten und daher nicht von den Fördertöpfen profitierten. Bei hoher Arbeitslosigkeit hätten Frauen mit Betreuungspflichten schlechtere Karten. Daher sei ein Ausbau der Kinderbetreuung in allen Bundesländern dringend notwendig, damit diese ganztägig und ganzjährig zur Verfügung stehe. "Wenn man jetzt wegschaut, schafft man Probleme in der Zukunft", warnt sie vor längerer Arbeitslosigkeit, die dann auch die Pensionen betrifft. Mehr Betreuungsplätze würden auch mehr Arbeitsplätze schaffen.

"Feministisches Konjunkturpaket" gefordert

Die Initiative "Femme Fiscale" fordert ein "feministisches Konjunkturpaket" im Ausmaß von 12 Milliarden Euro mit Investitionen in Kinderbetreuung, Bildung, Pflege und Gesundheit. Das würde nicht nur die Situation von Frauen, sondern das Leben aller verbessern, heißt es am Freitag in einer Aussendung. Finanziert werden solle das Konjunkturpaket durch Beiträge der Reichsten mit einem einmaligen "Corona-Lastenausgleich" auf hohe Vermögen. In der Initiative haben sich Attac, Österreichischer Frauenring, Katholische Frauenbewegung Österreichs und andere Gruppen zusammengetan.

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(APA/Red)

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