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Aufnahmetests für Medizin: Frauen in diesem Jahr erfolgreicher

Medizin-Studium: Frauen zeigten sich heuer beim EMS-Test besser.
Medizin-Studium: Frauen zeigten sich heuer beim EMS-Test besser. ©APA
Für die angehenden weiblichen Medizinerinnen in Österreich ist 2012 in Sachen Aufnahmetests ein erfolgreiches Jahr. Grudn:  Die neue Auswertungsmethode an der Medizin-Uni Wien, bei der erstmals die Testwerte für Männer und Frauen getrennt ermittelt wurden.
Wien trennt Test für Männer und Frauen
Jeder 5. schafft den EMS

Der Frauenanteil bei der Platzvergabe entspricht in etwa jenem beim Test (56 Prozent). In Innsbruck und Graz, wo Männer und Frauen gemeinsam ausgewertet wurden, waren die Frauen wie bereits in den vergangenen Jahren deutlich weniger erfolgreich als Männer. 

In Innsbruck waren 58 Prozent der Testteilnehmer Frauen, der Frauenanteil der Aufgenommenen beträgt dagegen nur 47 Prozent. Das ist in etwa die gleiche Diskrepanz wie im Vorjahr (55 Prozent Frauen bei der Testteilnahme, 44 Prozent bei der Aufnahme). In Graz betrug der Frauenanteil bei den Testteilnehmern 57 Prozent, bei den Aufgenommenen dagegen nur 42 Prozent – im Jahr davor waren es bei in etwa gleicher Frauenquote bei der Testteilnahme noch 48 Prozent.

Med-Uni Wien: “Genderspezifische” Auswertung

In Wien hatte die Medizin-Uni als Reaktion auf die schlechte Frauen-Erfolgsquote in den vergangenen Jahren eine neue “genderspezifische” Auswertungsmethode für den Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) eingeführt. Für Frauen und Männer wurden dabei jeweils getrennt Mittelwert und Standardabweichung errechnet – anders als in den Jahren davor bzw. als in Innsbruck, wo beim gleichen Test die Werte für beide Geschlechter gemeinsam ermittelt werden. In Graz wird ein komplett anderer Test verwendet (bei dem die Testwerte aber ebenfalls für beide Geschlechter gemeinsam errechnet werden). Wie der Test in Wien bei der “traditionellen” Auswertung ausgegangen wäre, gab die Medizin-Uni nicht bekannt.

EMS-Test für Medizinstudium

Der EMS an den Medizin-Unis Wien und Innsbruck fragt Studien-Fähigkeiten wie medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Umgang mit Zahlen etc. ab. In Graz umfasst der “Basiskenntnistest Medizinische Studien” (BMS) neben einem Wissenstest in den Grundlagenfächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik einen Textverständnis-Teil sowie einen “Situational-Judgement-Test” mit kurzen Beschreibungen ärztlich-relevanter Situationen.

Die Bewerber müssen dann aus verschiedenen Handlungsmöglichkeiten im Multiple Choice-Format wählen. Für Zahnmediziner kommt an allen drei Standorten außerdem ein Drahtbiegetest zur Anwendung. Ab dem kommenden Jahr soll es an allen drei Unis erstmals den gleichen Test geben.

Insgesamt wurden in Wien 740 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin vergeben, in Innsbruck 399 und in Graz 364. Auf Basis der geltenden Quotenregelung werden jeweils 75 Prozent der Plätze Bewerbern mit österreichischem Reifezeugnis, 20 Prozent EU-Bürgern und fünf Prozent Nicht-EU-Bürgern zugeteilt. Angetreten waren in Wien knapp 4.400 Personen, in Innsbruck 2.100 und in Graz 1.700.

(APA)

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