Aufklärung: Kinder sollen das Coronavirus verstehen

Für Kinder gibt es auch Erklärvideos über das Coronavirus.
Für Kinder gibt es auch Erklärvideos über das Coronavirus. ©VIENNA.at/JS
Auch für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, die Situation rund um das Coronavirus zu verstehen. Je nach Alter gilt dabei, möglichst einfach und ruhig die Sachlage zu erklären.
Coronavirus-Erklärvideo für Kinder

Auch Kinder und Jugendliche erleben in andauernden Zeiten der Corona-Krise gravierende Veränderungen ihres Alltags. In der Rolle als Bezugspersonen sind Eltern gefordert, den Sprösslingen das derzeit vorherrschende Thema näherzubringen. Es gilt auch, den Kindern verständlich zu machen, warum ältere Menschen bzw. die Großeltern durch das Vermeiden von Besuchen geschützt werden können und müssen.

Details je nach Alter anpassen

"Geben Sie Kindern sachliche Informationen, aber passen Sie die Menge und Details an das Alter Ihres Kindes an. Die Informationen der Nachrichtensendungen sollten ebenso altersentsprechend gefiltert werden", rät Adrian Kamper, der die Arbeitsgruppe Psychosomatik der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) leitet. Es gelte, Kinder vor Falschinformationen sowie Angst oder Bedrohung erzeugenden Vorstellungen zu schützen.

Zum Beispiel könnten Eltern sagen: "Es gibt noch keine Impfung gegen das Coronavirus, aber die Wissenschaft arbeitet intensiv daran" oder "Ja, viele Menschen erkranken, aber normalerweise ist die Erkrankung ähnlich wie eine Erkältung oder eine Grippe, die vorübergeht und bei der du gesund wirst." Auch der Hinweis, dass Kinder selten schwer erkranken, sei angebracht. Für kleinere Kinder sei möglicherweise ein Clip wie ein Erklärvideo besser verständlich.

Keine Panik, ruhige Antworten

Eltern sollten sich für Fragen laut Kamper ausreichend Zeit nehmen, Zuwendung signalisieren und "ruhige, klare Antworten" geben. Wichtig ist die Alltagsgestaltung der Kinder zu unterstützen: Spielangebote, Lesestoff, Bastelmaterial und dergleichen, ebenso zeitlich und inhaltlich passender Medienkonsum. Auch der Sozial-Media-Kontakt zu ihren Freunden gehört dazu.

Während Kinder bis zwölf Jahre sich in erster Linie ihren Eltern anvertrauen, würden Teenager eher mit ihren Freunden sprechen und auf Social-Media-Seiten surfen. Dabei ist die Gefahr von Fehlinformationen groß. Die ÖGKJ empfiehlt den Eltern, sich Informationen bei zuverlässigen Quellen wie beispielsweise der WHO-Homepage zu holen und diese ihren Kindern zur Verfügung zu stellen. Dadurch könnten Fake News entkräftet werden.

Stress kann auch andere Leiden verursachen

Wichtig für die Jüngeren sei Nähe. So könnte eine durch die veränderte Lage bedingte Stresssituation bei Kindern ab dem Volksschulalter auch körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen verursachen. Kinder in diesem Alter verstehen, dass eine Krankheit viele verschiedene Symptome haben kann und dass viele Dinge in ihrem Körper vor sich gehen, die sie nicht sehen können. "Erklären Sie, dass nicht jeder Husten besorgniserregend sein muss und ein Anzeichen für Corona ist", rät der im Klinikum Wels-Grieskirchen arbeitende Kamper.

(APA/red)

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