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Auf Online-Marktplätzen gekaufte Produkte oftmals gesundheitsgefährdend

Wer beim Online-Shopping auf Marktplätzen kauft, erhält teils gefährliche Ware
Wer beim Online-Shopping auf Marktplätzen kauft, erhält teils gefährliche Ware ©Pixabay (Sujet)
Augen auf beim Internet-Kauf: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) warnt vor der gesundheitlichen Gefährdung durch unsichere Produkte, die auf Online-Marktplätzen angeboten werden.
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Der Großteil der auf unterschiedlichen Online-Marktplätzen angebotenen Produkte entspricht laut einer aktuellen Studie nicht den in der EU gültigen Sicherheitsanforderungen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) ruft daher zur Vorsicht auf. In einer Stichprobe von 250 Produkten erfüllten zwei Drittel der Artikel nicht die erforderlichen Sicherheitsstandards, hieß es am Montag.

VKI rät bei Käufen auf Online-Marktplätzen zu Vorsicht

Bei der gemeinsamen Untersuchung mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen (unter anderem aus Deutschland, Italien und Belgien) wurden laut Aussendung unter anderem Elektrogeräte, Spielzeug, Körperpflegeprodukte und Bekleidung geprüft. Untersucht wurden Produkte auf Amazon Marketplace, AliExpress, eBay, Wish und LightInTheBox.

Geprüft wurden unter anderem Elektrogeräte, Spielzeug, Körperpflegeprodukte und Bekleidung. Zu den Gefahren, die von den Produkten ausgehen können, gehören neben Gesundheitsschädigungen durch hohe Schadstoffbelastung auch das Auslösen von Bränden, das Risiko von Stromschlägen oder die Gefährdung durch Strangulation.

Zwei Drittel der geprüften Produkten fielen bei Sicherheitstests durch

Zwei Drittel (165 Produkte) davon wiesen gravierende Sicherheitsmängel auf. Unter den beanstandeten Produkten waren Rauch- und Kohlenmonoxidmelder, die nicht in der Lage waren, Rauch oder Kohlenmonoxid zu erkennen, Spielzeuge und Luftballons, die durch hohe Schadstoffwerte auffielen sowie USB-Ladegeräte und Reiseadapter, die Brände auslösen oder den Nutzern einen elektrischen Schlag versetzen können. Ebenfalls bemängelt wurden Jacken für Kinder unter 7 Jahren, die Kordeln und Schlaufen im Halsbereich aufweisen. Dies ist gemäß der Norm EN 14682 wegen Strangulationsgefahr verboten.

VKI befürchtet: "Nur die Spitze des Eisbergs"

"Die vorliegende Untersuchung zeigt, wie riskant es sein kann, Produkte von Drittanbietern auf Online‑Marktplätzen zu erwerben. Leider ist zu befürchten, dass die jetzt beanstandeten Produkte nur die Spitze des Eisberges darstellen. Es ist schwer abschätzbar, wie viele unsichere Produkte sich aktuell auf derartigen Plattformen befinden oder nach einer Beanstandung dort wieder auftauchen", betont Christian Kornherr, Leiter des Bereichs Untersuchung im VKI.

Marketplace-Artikel erfüllen EU-Vorgaben vielfach nicht

Kornherr empfiehlt größte Vorsicht bei Käufen im sogenannten "Marketplace": "Bei den dort erworbenen Artikeln ist nicht garantiert, dass die jeweiligen EU-Vorgaben für die Sicherheit von Konsumentinnen und Konsumenten erfüllt werden. Auch die Durchsetzung von Rechtsansprüchen gegenüber Anbietern, die im Marketplace-Bereich verkaufen, ist oft äußerst problematisch, vor allem wenn die Verkäufer einen Firmensitz außerhalb der EU haben."

Tipps für Verbraucher

  • Oft ist es schwierig zu erkennen, ob Sie auf einem Marktplatz oder direkt bei einem Online-Shop einkaufen. Überprüfen Sie, von wo der Artikel versendet wird.
  • Überprüfen Sie auch Angaben und Impressum des Verkäufers - EU-Händler müssen Telefonnummer, Adresse und Namen angeben.
  • Erkundigen Sie sich auf der Website des Marktplatzes über Ihre Rechte. Oftmals gibt es keine oder nur eine begrenzte Garantie. Die Gewährleistung ist oft schwer durchsetzbar.
  • Vorsicht bei Schnäppchen: Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, sind es oft auch nicht. Nicht selten bedeutet geringerer Verkaufspreis auch geringere Sicherheit.
  • Besonders vorsichtig sollten Sie beim Kauf von No-Name-Produkten sein, vor allem bei Elektronik, Kinderbekleidung, Kinderspielzeug und Kosmetika.
  • Achten Sie wenn möglich auf Anzeichen von schlechter Verarbeitung oder starkem chemischen Geruch. Giftstoffe oder sich lösende Kleinteile sind ein häufig auftretendes Sicherheitsrisiko.
  • Achten Sie bei Kinderkleidung besonders auf die Verarbeitung: Kleidung für Kinder bis 7 Jahre darf keine Kordeln, Schnüre oder Schlaufen in den Kapuzen oder in der Nähe des Halsausschnittes haben.
  • Informieren Sie sich bei "Safety Gate", dem Warnportal der EU. Dort wird wöchentlich ein Überblick über unsichere Produkte in Europa gegeben.

Weitere Informationen zum Thema gibt es online unter diesem Link.

  • VIENNA.AT
  • Wien
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