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Auch nach der Erhöhung hat Österreich im EU-Vergleich niedrige Mineralölsteuer

Im Vergleich zu Deutschland und Italien bleibt Österreich Diskonter.

Mit 1. Jänner wird die Mineralölsteuer bei Diesel um fünf Cent pro Liter erhöht, bei Eurosuper um vier Cent. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass Österreich selbst nach der Erhöhung nur im EU-Mittelfeld liegt. Im Vergleich zu den Nachbarländern haben lediglich Ungarn und Slowakei eine etwas niedrigere Spritbesteuerung. Der VCÖ betont, dass allein durch spritsparenden Fahrstil der Verbrauch um 10 bis 15 Prozent verringert werden kann.

48,2 Cent pro Liter Eurosuper wird die Mineralölsteuer in Österreich im Jahr 2011 betragen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse der Spritsteuern in der EU zeigt, dass in den Niederlanden die Mineralölsteuer auf Eurosuper schon heute 72 Cent pro Liter beträgt. Insgesamt liegt Österreich nach der Erhöhung bei Mineralölsteuer auf Eurosuper an 16. Stelle, bei Diesel an 11. Stelle. Gleichzeitig hat Österreich laut Eurostat die vierthöchste Kaufkraft der EU.

Der VCÖ weist darauf hin, dass auch im Vergleich mit den Nachbarländern die Mineralölsteuer hierzulande niedrig ist. In Deutschland ist die Mineralölsteuer auch nach Österreichs Erhöhung um 7,3 Cent höher, in Tschechien um 5 Cent, in Slowenien um 4,5 Cent und in Italien um 2,6 Cent. Lediglich Slowakei und Ungarn haben eine um 2,9 Cent niedrigere Mineralölsteuer auf Diesel.

“Vor allem im Vergleich zu Italien und Deutschland bleibt Österreich weiterhin der Diskonter. Das bedeutet, dass für Transit-Lkw weiterhin der Weg über Österreich lukrativ ist. Nicht nur, dass Autofahrer und Anrainer unter dem massiven Lkw-Verkehr leiden, wird damit auch Österreichs Klimabilanz verschlechtert”, macht VCÖ-Experte DI Martin Blum auf die Nachteile niedriger Diesel-Preise aufmerksam. In der Schweiz wird Diesel (umgerechnet 57,6 Cent) sogar höher besteuert als Eurosuper (56,6 Cent) und es gibt eine Lkw-Maut auf allen Straßen, die deutlich höher ist als in Österreich. Die Lkw-Lawinen werden dort gebremst. In Österreich hingegen wird die Kfz-Steuer für Lkw erneut massiv gesenkt. Für das Ziel, Lkw-Kolonnen zu verringern, ist das kontraproduktiv.

Im privaten Autoverkehr ist das Potenzial, den Spritverbrauch zu senken, groß. Jede zehnte Autofahrt ist kürzer als ein Kilometer, etwa jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer, so der VCÖ. Nicht jede, aber zahlreiche kurze Autofahrten sind vermeidbar. Im Vorjahr haben die Österreicher für ihre privaten Pkw rund 3,6 Milliarden Liter getankt. Durch spritsparendes Fahren kann der Verbrauch um 10 bis 15 Prozent verringert werden. Bei zehn Prozent sinkt der Gesamtverbrauch um rund 360 Millionen Liter, was bei aktuellen Spritpreisen eine Ersparnis von rund 420 Millionen Euro bedeutet, macht der VCÖ aufmerksam. “Das Interesse am spritsparenden Fahren wird zunehmen. Und das ist gut so, sowohl für die Geldbörse der Autofahrer als auch für die Umwelt”, betont VCÖ-Experte Blum.

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